Saab wurde von der schwedischen Beschaffungsbehörde für Verteidigungsmaterial (FMV, Försvarets materielverk) beauftragt, das Luftabwehrsystem Sea Ceptor in die fünf Visby-Korvetten der schwedischen Marine zu integrieren. Der Auftrag hat einen Wert von rund 1,6 Milliarden Schwedischen Kronen und umfasst Modifikations- und Installationsarbeiten, die Anfang 2026 beginnen sollen.

Das System wird von MBDA geliefert und soll laut FMV die Fähigkeit der Schiffe verbessern, größere Gebiete gegen Luftangriffe zu verteidigen. Die eingesetzte Rakete – CAMM (Common Anti-air Modular Missile, modulare Luftabwehrrakete) – hat eine Reichweite von bis zu 25 Kilometern und ist für den Allwettereinsatz geeignet.

– Durch diese Modifikation stärken wir sowohl Schwedens als auch die NATO-Luft- und Raketenabwehr, da die schwedischen Streitkräfte (Försvarsmakten) über eine erhöhte operative Fähigkeit und die Möglichkeit verfügen werden, über das gesamte Konfliktspektrum hinweg zu agieren, sagt Mats Wicksell, Leiter des Saab-Geschäftsbereichs Kockums, in einer Pressemitteilung von Saab.

Die FMV schloss im November 2023 einen Liefervertrag über das Sea-Ceptor-System mit MBDA ab. Der neue Vertrag mit Saab betrifft die eigentliche Integration des Systems an Bord und ist Teil der von der FMV durchgeführten Halbzeit-Modernisierung der Visby-Klasse.

Eric Béranger, Vorstandsvorsitzender von MBDA, hat zuvor erklärt, dass das System einen bedeutenden Beitrag zur NATO darstelle, zu der auch andere Nutzer wie die britische Royal Navy gehören.

Saab und MBDA unterhalten darüber hinaus eine laufende Zusammenarbeit in anderen Verteidigungsbereichen. Im Januar 2024 unterzeichneten die Unternehmen eine Absichtserklärung zur Vertiefung der Kooperation im Bereich bodengestützter Luftverteidigung und Panzerabwehrsysteme, darunter das AKERON MP.