Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall AG und das norwegische Unternehmen Space Norway AS haben ein Memorandum of Understanding (MoU) über eine Zusammenarbeit im Bereich weltraumgestützter Fähigkeiten zur maritimen Lageerfassung unterzeichnet.

Rheinmetall gibt an, dass die Vereinbarung auf einem bestehenden Austausch zwischen den Unternehmen aufbaut und einen Rahmen zur Bewertung gemeinsamer Möglichkeiten schafft. Die Zusammenarbeit umfasst satellitengestützte Kommunikation, Sensoren und Missionssysteme sowie deren Integration in übergeordnete Führungs- und Informationssysteme. Das Ziel wird als Entwicklung künftiger Fähigkeiten für Kunden in Deutschland und, langfristig, in anderen Alliiertenländern beschrieben.

„Dieses Memorandum of Understanding ist ein Meilenstein, um unsere komplementären Weltraumfähigkeiten zusammenzuführen und maßgeschneiderte Lösungen für anspruchsvolle Kundenbedürfnisse zu entwickeln", sagt Timo Haas, Geschäftsführer der Rheinmetall-Division Digital Systems, in der Pressemitteilung.

Den Kern der Vereinbarung bildet die geplante Integration der C-Band-SAR-Satellitenkapazität von Space Norway. Rheinmetall gibt an, dass das Unternehmen über das Programm SPOCK 1 bereits eine hochauflösende X-Band-SAR-Kapazität an Deutschland liefert, die auf der Satellitentechnologie von ICEYE basiert und von Rheinmetall ICEYE Space Solutions produziert wird. C-Band-SAR ergänzt X-Band-SAR, indem es eine breitere Abdeckung großer Meeresgebiete bietet, während X-Band eine hochauflösende Überwachung einzelner Ziele ermöglicht. Rheinmetall beschreibt die beiden Frequenzbänder als komplementär und notwendig für eine kohärente maritime Lageerfassung.

„Diese Vereinbarung bietet eine klare Grundlage, um gemeinsam zu untersuchen, wie unsere Satellitenkapazitäten und Infrastrukturressourcen zu bestehenden und künftigen operativen Lösungen beitragen können", sagt Morten Tengs, Geschäftsführer von Space Norway AS.

Rheinmetall hebt die Arktis und den Nordatlantik als Gebiete hervor, in denen eine kontinuierliche maritime Lageerfassung als zunehmend wichtige operative Anforderung gilt. Das Unternehmen gibt an, dass die Zusammenarbeit auch Bezug auf das bilaterale Hansa-Abkommen zwischen Deutschland und Norwegen hat, das einen Rahmen für eine vertiefte Zusammenarbeit im Bereich souveräner und künftiger Verteidigungsfähigkeiten bieten soll.