Ein neuer Bericht zeigt, dass Norwegen bereits eine wichtige Rolle in den strategischen Wertschöpfungsketten für kritische Rohstoffe spielt, und weist gleichzeitig auf Möglichkeiten hin, die Bedeutung des Landes für die europäische Industrie, Versorgungssicherheit und Sicherheit zu stärken.
Laut der norwegischen Regierung wurde der Bericht von Prosess21 und dem Forschungsrat (Forskningsrådet) im Auftrag des norwegischen Ministeriums für Wirtschaft und Fischerei erstellt. Die Kartierung umfasst die gesamte Wertschöpfungskette, von geologischen Vorkommen und Mineralgewinnung bis hin zu Verarbeitung und Kreislauflösungen, und vermittelt ein umfassendes Bild davon, wo die norwegische Industrie von strategischer Bedeutung ist.
„Die norwegische Industrie und der Bergbausektor liefern bereits heute Vorleistungsgüter, die sowohl für unsere eigene als auch für die Wertschöpfung, den Wandel und die Sicherheit unserer Verbündeten wichtig sind. Diese Kartierung gibt uns ein umfassendes Bild davon, wo norwegische Akteure in kritischen Wertschöpfungsketten von strategischer Bedeutung sind und wo sie das Potenzial haben, eine noch wichtigere Rolle zu spielen. Dies zeigt, dass die Industrie eine wichtige Rolle für Sicherheit und Bereitschaft spielt, und ist wichtiges Wissen zur Stärkung der norwegischen und europäischen Wettbewerbsfähigkeit", sagt Wirtschaftsministerin Cecilie Myrseth in der Pressemitteilung der Regierung.
Der Bericht hebt hervor, dass die norwegische Prozessindustrie in kapitalintensiven und technisch fortgeschrittenen Teilen der Wertschöpfungskette stark aufgestellt ist. Sie produziert unter anderem Aluminium, Ferrolegierungen, Silizium, Nickel, Kobalt, Zink und Siliziumkarbid mit einem geringeren CO2-Fußabdruck als viele Alternativen.
„Die größten Schwachstellen in den globalen Wertschöpfungsketten für kritische Rohstoffe liegen in der Verarbeitung und Raffination. Genau dort kann Norwegen eine Schlüsselrolle für die europäische und alliierte Sicherheit spielen", sagt Håvard Moe, Vorsitzender der Steuerungsgruppe von Prosess21 und Technologiedirektor bei Elkem, in der Pressemitteilung.
Der Bericht weist auch darauf hin, dass Norwegen über bedeutende geologische Ressourcen und mehrere relativ reife Projekte in den Bereichen Kupfer, Seltene Erden, Graphit und hochreinen Quarz verfügt. Zwei norwegische Projekte wurden bereits gemäß dem EU-Regelwerk für kritische Rohstoffe als strategisch eingestuft, und das Fens-Feld in Telemark (südliches Norwegen) wird als Europas größtes nachgewiesenes Vorkommen an Seltenen Erden beschrieben.
Gleichzeitig stellt der Bericht fest, dass die Entwicklung neuer Projekte unter anderem von Regulierungsrahmen, Kapitalverfügbarkeit, gesellschaftlicher Akzeptanz und Rentabilität abhängt. Prosess21 und der Forschungsrat sollen nun zwei weitere Studien zur künftigen Rolle Norwegens in strategischen Wertschöpfungsketten für kritische Rohstoffe sowie zu den Konsequenzen des EU-Gesetzes über kritische Rohstoffe (Critical Raw Materials Act) im Hinblick auf eine mögliche Eingliederung in den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) erarbeiten.

