Ein mutmaßlicher Schaden an einem Kommunikationskabel zwischen Schweden und Lettland in der Ostsee wird nun als schwere Sabotage untersucht. Die Schwedische Sicherheitspolizei (SÄPO) leitet die Voruntersuchung gemeinsam mit der Reichseinheit für Sicherheitsziele, und ein Schiff wurde im Zusammenhang mit der Untersuchung beschlagnahmt.

„Der genaue Umfang des Schadens kann erst festgestellt werden, wenn die Reparaturarbeiten beginnen", schreibt die lettische Staatskanzlei in einer Pressemitteilung. Das Kabel, das dem staatlichen Unternehmen Latvia State Radio and Television Center (LVRTC) gehört, wurde auf dem Abschnitt zwischen Ventspils und Gotland (strategische schwedische Insel in der Ostsee) in der schwedischen Wirtschaftszone beschädigt. Das Unternehmen nutzt alternative Datenübertragungswege, um die Auswirkungen auf Dienste in Lettland zu minimieren, obwohl gewisse Verzögerungen im Datenverkehr auftreten können.

„Wir führen derzeit eine Reihe konkreter Ermittlungsmaßnahmen durch, auf deren Einzelheiten ich jedoch mit Rücksicht auf die laufende Voruntersuchung nicht eingehen kann. Mehrere Behörden, darunter die nationale operative Abteilung der Polizei, die Schwedische Küstenwache (Kustbevakningen) und die Schwedischen Streitkräfte (Försvarsmakten), sind an der Untersuchung beteiligt", sagte Mats Ljungqvist, leitender Staatsanwalt bei der Reichseinheit für Sicherheitsziele, in einer Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft.

Die Schwedische Sicherheitspolizei schreibt, dass sie die Voruntersuchung leitet, da es sich um ein „schweres Verbrechen handeln könnte, das zumindest teilweise gegen schwedische Interessen gerichtet sein könnte". Die Schwedische Küstenwache unterstützt die Untersuchung durch die Erfassung von Informationen zur Seelage und zu Schiffsbewegungen in dem betreffenden Gebiet.

Ministerpräsident Ulf Kristersson hat mitgeteilt, dass Schweden eng mit Lettland und der NATO bei dem Einsatz zur Untersuchung des Vorfalls zusammenarbeitet. „Schweden wird wichtige Fähigkeiten zu dem laufenden Einsatz zur Untersuchung des mutmaßlichen Vorfalls beisteuern", schrieb der Ministerpräsident auf Twitter.

Auch Lettlands Ministerpräsidentin Evika Siliņa hat sich geäußert und bestätigt, dass ihr Land gemeinsam mit Schweden und der NATO daran arbeitet, das Gebiet zu patrouillieren und Schiffe zu inspizieren, die sich zum Zeitpunkt des Schadens in der Nähe befanden.