Die norwegischen Streitkräfte führen eine digitale Aufrüstung ihrer 164 Schützenpanzer vom Typ CV90 (Combat Vehicle 90) durch. Das Projekt wird von Forsvarsmateriell (norwegische Beschaffungsbehörde für Verteidigungsmaterial) geleitet und soll rund 130 Millionen norwegische Kronen kosten. Die Arbeiten sollen voraussichtlich im Mai abgeschlossen sein.

– Dies ist eine wichtige Aufrüstung, die sicherstellt, dass die CV90-Fahrzeuge mit neuen Fähigkeiten Schritt halten können, die in den kommenden Jahren eingeführt werden, beispielsweise neue Kampfpanzer, Artillerieortungsradar und Luftabwehr, sagt Tomas Beck, Leiter für Land- und gemeinsame Fähigkeiten bei Forsvarsmateriell.

Laut einer Pressemitteilung der norwegischen Streitkräfte beinhaltet die Aufrüstung den Austausch der Fahrzeugcomputer. Neue Software und Technologie werden integriert, damit die Fahrzeuge den Anforderungen einer modernen Verteidigung gerecht werden.

Forsvarsmateriell führt die Arbeiten in eigener Regie durch, in Zusammenarbeit mit dem Waffentechnischen Regiment der norwegischen Armee (VTR) und dem schwedischen Hersteller BAE Systems Hägglunds AB (mit Sitz in Örnsköldsvik, Nordschweden). Dadurch, dass die Behörde die Aufrüstung selbst durchführt, konnte der Verteidigungssektor die Kosten senken und die Lieferzeiten verkürzen, so die Streitkräfte.

– In guter Zusammenarbeit mit der Industrie und dem Waffentechnischen Regiment der Armee haben wir eine sehr gute Lösung gefunden, die nun auf alle CV90-Fahrzeuge ausgerollt wird. Die Aufrüstung erfolgt unter kontrollierten Bedingungen und mit geringem technischen Risiko, sagt Tomas Beck.

Die neue Technologie ermöglicht eine schnellere Informationsweitergabe an andere Einheiten wie Kampfpanzer und Artillerie. Die Fahrzeuge werden unter anderem mit 3D-Karten und der Fähigkeit ausgestattet, Daten über Drohnenschwärme über das Führungssystem NorBMS (Battle Management System) zu verarbeiten.

Norwegen setzt Fahrzeuge von BAE Systems Hägglunds seit Mitte der 1990er-Jahre ein. Die 164 Fahrzeuge, die nun aufgerüstet werden, wurden zwischen 2015 und 2019 eingeführt und umfassen fünf verschiedene Varianten, darunter Schützenpanzer und gepanzerte Gefechtsführungsfahrzeuge.