Die norwegische Regierung macht die Kontrolle ausländischer Öltanker dauerhaft. Die Maßnahme sieht vor, dass Schiffe in der norwegischen Wirtschaftszone kontaktiert werden, um Versicherungsangaben offenzulegen – eine Aufgabe, die von der Norwegischen Küstenverwaltung (Kystverket) und der Norwegischen Seeschifffahrtsbehörde (Sjøfartsdirektoratet) durchgeführt wird.
– Die Kontaktaufnahmen haben uns wertvolle Einblicke in die Aktivitäten der Schattenflotte verschafft, insbesondere hinsichtlich unklarer Versicherungsverhältnisse und des Fahrens unter falscher Flagge. Dieses Wissen ist wichtig, um einen robusten und langfristigen Einsatz gegen die Schattenflotte aufzubauen, sagt Marianne Sivertsen Næss in einer Pressemitteilung.
Am 11. August des vergangenen Jahres führte Norwegen ein vorläufiges System ein, bei dem im Ausland registrierte Öltanker in der norwegischen Wirtschaftszone kontaktiert werden, um freiwillige Angaben zu ihrer Versicherung zu machen. Die Praxis wurde ursprünglich für sechs Monate eingeführt, doch die Regierung hat nun beschlossen, die Maßnahme ohne zeitliche Begrenzung zu verlängern.
Næss gibt an, dass die Informationen von anderen Ländern als Grundlage für den Aufbau von Beweismitteln zur Auflistung von Schiffen angefordert werden. Die Küstenverwaltung (Kystverket) ist für die Kontaktaufnahme mit den betreffenden Schiffen zuständig, während die Seeschifffahrtsbehörde (Sjøfartsdirektoratet) die Angaben überprüft. Die Kontrolle konzentriert sich auf den Versicherungsschutz der Schiffe, einschließlich der Gültigkeit von Haftungszertifikaten für Ölschäden (CLC-Zertifikate).
Die Maßnahme wird als Teil eines umfassenderen Einsatzes beschrieben, der nationale Maßnahmen und internationale Zusammenarbeit umfasst. Norwegen überwacht die Aktivitäten in seinen eigenen Meeresgebieten und teilt Informationen mit Nachbarländern und Verbündeten. Das Land hat sich den EU-Sanktionen gegen die Schattenflotte angeschlossen und führt einen Dialog mit der G7-Gruppe sowie anderen Küstenstaaten. Kürzlich haben 14 Küstenstaaten rund um die Ostsee und die Nordsee gemeinsam vor zunehmenden Aktivitäten der Schattenflotte gewarnt, worüber NDS bereits berichtet hat.

