Die norwegische Regierung hat eine neue Strategie zur Stärkung des Drohneneinsatzes und der Drohnenabwehr verabschiedet. Der Schwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit zwischen dem Verteidigungssektor und den Verbündeten.
Am Montag stellte Norwegens Verteidigungsminister Tore O. Sandvik die neue Drohnenstrategie der Regierung vor. Sie legt Rahmenbedingungen und Ambitionen dafür fest, wie die norwegischen Streitkräfte (Forsvaret) Drohnen einführen und weiterentwickeln sowie sich gegen diese verteidigen sollen.
Die Strategie betont vier Prioritäten: die Stärkung der Abwehr gegen Drohnen, die rasche Einführung neuer Technologien und Konzepte, eine verstärkte Zusammenarbeit mit dem zivilen Sektor und den Verbündeten sowie langfristige Investitionen in Technologie und Fachwissen.
"Um bei der Drohnenoffensive der Streitkräfte erfolgreich zu sein, müssen alle relevanten Akteure im gesamten Verteidigungssektor, in der Wirtschaft und in der Gesellschaft insgesamt zusammenarbeiten", sagte Sandvik in einer Pressemitteilung der Regierung.
Die Erfahrungen aus dem Krieg in der Ukraine haben den Inhalt der Strategie beeinflusst. Laut Sandvik ist die Ukraine mittlerweile weltweit führend in der Drohnenentwicklung. Die Zusammenarbeit mit der Ukraine und weiteren Verbündeten wird daher als wichtiger Bestandteil der Umsetzung hervorgehoben.
Am Wochenende gab die norwegische Regierung bekannt, dass Verteidigungsminister Tore Sandvik gemeinsam mit seinem ukrainischen Amtskollegen Denys Schmyhal eine Absichtserklärung zur Errichtung einer ukrainischen Drohnenproduktion in Norwegen unterzeichnet hat. Eine Pilotlinie soll im Laufe des Jahres 2026 fertiggestellt und anschließend zur Kapazitätssteigerung ausgebaut werden.
"Mit dieser Strategie haben wir eine Grundlage geschaffen, damit alle Akteure zielgerichteter, koordinierter und effizienter im Bereich Drohnen und Drohnenabwehr arbeiten können", sagte Sandvik.
Die Strategie befasst sich zudem mit der Möglichkeit, ausländische Komponenten, beispielsweise aus China, durch Alternativen aus Norwegen oder verbündeten Ländern zu ersetzen. Die Regierung will die Beschaffungsvorschriften überarbeiten, um schnellere Anschaffungen und technologische Aktualisierungen zu ermöglichen.
"Was heute eine moderne Drohne ist, kann schon in wenigen Monaten veraltet sein. Die Technologie muss daher kontinuierlich aktualisiert werden", so Sandvik.

