Norwegen hat in dieser Woche den 500. Patienten im Rahmen der medizinischen Evakuierung aus der Ukraine aufgenommen. Das Land ist damit der zweitgrößte Aufnahmeort für Patienten über den Europäischen Katastrophenschutzmechanismus (UCPM – Union Civil Protection Mechanism).

– Das norwegische Gesundheitswesen hat eine bemerkenswerte Leistung bei der Behandlung von Patienten aus der Ukraine erbracht. Während wir der Ukraine helfen, sammelt unser medizinisches Personal wertvolle klinische Erfahrungen in der Behandlung von Kriegsverletzungen, Infektionskrankheiten und Rehabilitation. Das ist wichtig für die norwegische Gesellschaftssicherheit, sagt Gesundheits- und Pflegeminister Jan Christian Vestre in einer Pressemitteilung.

Seit 2022 hat Norwegen über 2.750 Patienten in verschiedene europäische Länder transportiert. Davon wurden 504 in Norwegen aufgenommen, was das Land zu einem der größten Aufnahmeländer im Rahmen des UCPM macht – übertroffen nur von Deutschland. Der Transport am Mittwoch umfasste 21 Patienten, von denen fünf in norwegischen Krankenhäusern aufgenommen wurden.

Außenminister Espen Barth Eide beschreibt die Lage des ukrainischen Gesundheitswesens nach fast vier Jahren Krieg als äußerst belastend. Russische Luftangriffe haben Krankenhäuser und Kliniken getroffen, was einen großen Bedarf an Versorgung sowohl für Soldaten als auch für Zivilisten geschaffen hat. Die Evakuierung wird als Mittel zur Entlastung des ukrainischen Gesundheitssystems betrachtet.

Norwegen führt seit August 2022 wöchentliche Flüge zur Evakuierung von Patienten durch. Die Operation ist eine Zusammenarbeit zwischen mehreren Ministerien, regionalen Gesundheitsunternehmen, der Helsedirektoratet (Norwegische Gesundheitsdirektion), SAS (worüber NDS berichtet hat) und dem Direktoratet for samfunnssikkerheit og beredskap (DSB – Norwegische Direktion für Zivilschutz und Notfallplanung). Die Luftevakuierungsgruppe der norwegischen Streitkräfte stellt Ressourcen bereit, um Krankenhauskapazitäten in anderen Ländern zu nutzen.

Die Patientengruppe umfasst alle Altersgruppen, und die Diagnosen werden von Kriegsverletzungen sowie Krebserkrankungen dominiert. Ein nationales Koordinierungszentrum am Universitätskrankenhaus Oslo (Oslo universitetssykehus) ist für die Verteilung der Patienten auf verfügbare Spezialistenversorgung im ganzen Land zuständig.