Norwegen schließt sich mit Schweden, Dänemark, der Ukraine und sieben weiteren europäischen Ländern in einer neuen Koalition zur Verteidigung gegen ballistische Raketen zusammen. Das Ziel wird beschrieben als die Stärkung der ukrainischen Verteidigungsfähigkeit und die Entwicklung einer engeren europäischen Zusammenarbeit gegen künftige Raketenbedrohungen. Dies gab die norwegische Regierung in einer Pressemitteilung vom 13. Juli bekannt.
„Heute kündigen wir die Gründung einer Koalition für die defensive Verteidigung gegen ballistische Raketen gemeinsam mit der Ukraine und mehreren europäischen Ländern an. Der Hintergrund ist die wachsende Bedrohung durch ballistische Raketen und die Notwendigkeit, Europas Verteidigung zu stärken", sagt Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre.
Die Koalition soll die Kompetenzen, die Industrie und die Technologie der Länder bündeln, um eine europäische Verteidigung gegen ballistische Raketen zu entwickeln. Sie besteht derzeit aus der Ukraine, Norwegen, Schweden, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich.
„Wir werden zielstrebig und schnell daran arbeiten, eine Fähigkeit zur Verteidigung gegen ballistische Raketen zu entwickeln, die sowohl in der Ukraine als auch im übrigen Europa eingesetzt werden kann. Die Lösung muss durch gemeinsame Anstrengungen, technologische Offenheit und vertrauensbasierte industrielle Zusammenarbeit entwickelt werden. Auf diese Weise können wir künftige Raketenbedrohungen abschrecken und abwehren", sagt Støre.
Laut der Pressemitteilung soll die Lösung bestehende Systeme zur Verteidigung gegen ballistische Raketen ergänzen, einschließlich nationaler europäischer Lösungen, die die Teilnehmerländer bereits beschafft haben oder zu beschaffen planen.
„Wir werden die Kompetenz der Verteidigungsindustrie, der Forschungseinrichtungen und unsere militärischen Erfahrungen bündeln. Das Ziel ist es, eine gemeinsame europäische Fähigkeit zur Verteidigung gegen ballistische Raketen aufzubauen und relevante beitragende Aktivitäten zu unterstützen. Dies richtet sich gegen niemanden, sondern dient dem Schutz unserer eigenen Bevölkerung. Wir erkennen die einzigartigen Erfahrungen der Ukraine an, die im Zuge der Verteidigung gegen Russlands Angriffskrieg gewonnen wurden. Gleichzeitig ist es heute sehr kostspielig, Luftabwehrsysteme zu erwerben, die einen wirksamen Schutz gegen ballistische Raketen bieten", sagt Norwegens Verteidigungsminister Tore O. Sandvik.
Norwegische Behörden sollen Technologietransfer, Kompetenzaustausch, Informationen und andere notwendige Unterstützung beisteuern. Auch die norwegische Industrie wird voraussichtlich eine wichtige Rolle in dieser Arbeit spielen.
„Wir freuen uns zudem, dass das norwegische Unternehmen Kongsberg Defence & Aerospace, mit umfangreicher Erfahrung im Bereich des NASAMS-Systems (Norwegian Advanced Surface-to-Air Missile System), an der Entwicklung einer neuen europäischen Verteidigung gegen ballistische Raketen mitwirken wird", sagt Sandvik.

