Norwegen und die Ukraine schließen strategische Partnerschaft und neues Verteidigungsabkommen

Norwegen und die Ukraine sind eine strategische Partnerschaft in den Bereichen Verteidigung, Energie und Resilienz eingegangen und haben zudem ein separates Verteidigungsabkommen im Rahmen des sogenannten Drone-Deal-Rahmenwerks unterzeichnet. Die Zusammenarbeit soll unter anderem Drohnentechnologie, Luftverteidigung, Verteidigungsindustrie, Forschung sowie den Austausch operativer Erfahrungen umfassen.

Einer Pressemitteilung der norwegischen Regierung zufolge unterzeichneten Ministerpräsident Jonas Gahr Støre und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Abkommen am 23. August in Kiew. Die gemeinsame Erklärung trägt den Namen Ellisiv Accord, benannt nach Ellisiv, der Tochter Jaroslaws des Weisen, die Königin von Norwegen wurde.

„Wir werden nun noch enger und langfristiger zusammenarbeiten. Ziel ist es, sowohl die Verteidigungsfähigkeit als auch die Resilienz der Ukraine und Norwegens zu stärken", sagt Jonas Gahr Støre in der Pressemitteilung der norwegischen Regierung.

Das separate Verteidigungsabkommen soll laut Regierung die Zusammenarbeit zwischen dem norwegischen und ukrainischen Verteidigungssektor sowie der Verteidigungsindustrie vertiefen. Das Drone-Deal-Modell kann die Entwicklung von Verteidigungstechnologie, Forschung, Lieferketten, industrielle Zusammenarbeit sowie den Austausch operativer Erfahrungen umfassen, wobei konkrete Projekte identifiziert und schrittweise entwickelt werden.

„Das Abkommen wird zu einem größeren Austausch von Technologie und Fachwissen beitragen. Es wird zudem auf gemeinsamen Bemühungen unter anderem in den Bereichen Luftverteidigung und Drohnentechnologie aufbauen", sagt Støre.

In einem Beitrag auf X erklärt Selenskyj, dass Norwegen beabsichtige, ein hohes Unterstützungsniveau beizubehalten und für 2027 rund 9 Milliarden US-Dollar bereitzustellen. Gleichzeitig bezeichnet er den Ellisiv Accord und das Verteidigungsabkommen als Grundlage für eine langfristigere Zusammenarbeit in den Bereichen Verteidigung, Energie und Resilienz.

In einer Pressemitteilung des ukrainischen Verteidigungsministeriums werden zudem die Verteidigungsfragen beschrieben, die zwischen den beiden Ländern im Zusammenhang mit der Arbeit am Drone Deal erörtert wurden. Bei einem Treffen zwischen dem ukrainischen Verteidigungsminister Jewhenij Chmara und dem norwegischen Generalinspekteur der Streitkräfte, General Eirik Kristoffersen, hob die Ukraine insbesondere die Notwendigkeit hervor, strahltriebwerkbetriebenen Shahed-Drohnen und ballistischen Flugkörpern zu begegnen.

„Die Ukraine entwickelt Gegenmaßnahmen, aber wir benötigen Unterstützung von unseren Partnern, um diese Lösungen schnell hochzuskalieren. Unterstützung mit Abfangflugkörpern gegen russische ballistische Flugkörper bleibt ebenfalls von entscheidender Bedeutung", sagt Jewhenij Chmara in der Pressemitteilung des ukrainischen Verteidigungsministeriums.

Im Energiebereich wird Norwegen weiterhin den Schutz der kritischen Energieinfrastruktur der Ukraine unterstützen sowie zur Reparatur und Erneuerung zerstörter Infrastruktur beitragen und die Verwundbarkeit der Energieversorgung des Landes verringern helfen.