Norwegens Verteidigungsminister Tore O. Sandvik und Deutschlands Verteidigungsminister Boris Pistorius haben ein bilaterales Abkommen mit der Bezeichnung Hansa Arrangement unterzeichnet. Die Vereinbarung umfasst fünf Hauptbereiche, darunter gemeinsame Materialbeschaffung und operative Zusammenarbeit im Nordatlantik.
Das Abkommen wurde am 14. Februar am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz unterzeichnet. Laut der norwegischen Regierung soll der Rahmen die bilaterale Zusammenarbeit leiten und die Sicherheit in Europa stärken.
– Eine starke europäische Zusammenarbeit ist wichtig, um die Anforderungen an die Lastenteilung innerhalb der NATO zu erfüllen, bei der Europa einen größeren Teil der Verantwortung für seine eigene Sicherheit übernehmen soll. Deutschland ist einer der wichtigsten Verbündeten Norwegens in Europa und unser wichtigster Kooperationspartner in der EU, sagt Tore O. Sandvik in einer Pressemitteilung.
Die Zusammenarbeit konzentriert sich auf weltraumgestützte Überwachung, maritime Sicherheit, Landkampf, schnelle Verstärkung sowie die Verteidigungsindustrie. Ein zentraler Bestandteil ist die Rüstungskooperation im Bereich U-Boote und Kampfpanzer.
Norwegen hat kürzlich beschlossen, seine Bestellung um zwei weitere U-Boote zu erweitern, sodass beide Länder nach Abschluss der Lieferungen jeweils sechs identische U-Boote betreiben werden. Die Wartung dieser U-Boote soll in neuen Einrichtungen bei Haakonsvern in Bergen (Westnorwegen) angesiedelt werden. Die Partner arbeiten zudem gemeinsam an der Entwicklung der nächsten Generation von Seezielflugkörpern, dem 3SM.
Im Landbereich hat Norwegen 54 Kampfpanzer vom Typ Leopard 2A8 bestellt. Im Rahmen der Industriekooperation soll das Unternehmen Ritek in Trøndelag (Zentralnorwegen) 37 dieser Fahrzeuge montieren. Im vergangenen Jahr importierte Norwegen deutsches Verteidigungsmaterial im Wert von knapp 1,4 Milliarden Euro.
Deutsche Streitkräfte nehmen regelmäßig an Übungen in Norwegen teil, unter anderem an der bevorstehenden Übung Cold Response 26. Die beiden Länder arbeiten zudem im Rahmen der NATO-Verstärkten Vorwärtspräsenz (Enhanced Forward Presence, EFP) in Litauen zusammen.

