Die Ukraine und mehrere europäische Partnerländer haben eine neue Kooperationsplattform für Verteidigungsbeschaffung eingerichtet. Die Initiative, CORPUS (Coalition for Resilient Procurement and Unified Support) genannt, soll die Koordination, Lieferketten und den Erfahrungsaustausch zwischen den teilnehmenden Ländern stärken.

Laut einer Pressemitteilung des ukrainischen Verteidigungsministeriums wurde in Kyiv ein Memorandum of Understanding zwischen dem ukrainischen Verteidigungsministerium und Beschaffungsbehörden aus unter anderem Finnland, Italien, Norwegen, Schweden und dem Vereinigten Königreich unterzeichnet. Die Plattform bündelt Behörden, die für Verteidigungsbeschaffung zuständig sind, mit dem Ziel, die Planung zu verbessern, Lieferketten zu stärken und die Koordination in einer sich verändernden Sicherheitslage zu erhöhen.

„CORPUS wird ein umfassendes Netzwerk von Beschaffungsbehörden aus Partnerländern werden. Es ermöglicht bessere Planung, stärkt Lieferketten und macht es möglich, Schwachstellen zu identifizieren", sagt Artem Romaniukov vom ukrainischen Verteidigungsministerium in der Pressemitteilung.

Finnlands Logistikkommando (Puolustusvoimien Logistiikkalaitos) schreibt in einer Pressemitteilung, dass das Land durch das Kommando vertreten wird, das als Gründungsmitglied beigetreten ist. Weiter heißt es, dass die Initiative Ukraines Erfahrungen mit Beschaffung unter Kriegsbedingungen mit der langfristigen Fähigkeitsentwicklung der Partnerländer verbindet.

Laut einem Beitrag der Schwedischen Beschaffungsbehörde für Verteidigungsmaterial (FMV, Försvarets materielverk) soll die Zusammenarbeit auch Bereiche wie Marktdialog, digitale Werkzeuge, Antikorruptionsarbeit und Lieferkettenmanagement umfassen.

Laut dem ukrainischen Verteidigungsministerium soll die Zusammenarbeit innerhalb von CORPUS auf operativer Ebene stattfinden und unter anderem Marktdialog, digitale Werkzeuge, Antikorruptions- und Compliance-Arbeit sowie die Organisation von Lieferketten umfassen. Die Plattform steht weiteren Ländern offen, die dem Abkommen beitreten.

Das Ministerium hebt auch Ukraines digitale Lösungen als Teil der Zusammenarbeit hervor. Das DOT-Chain-System wird dabei unter anderem für Waffenbeschaffung, Lebensmittelversorgung und operative Logistik eingesetzt. Laut dem Ministerium haben diese Werkzeuge zu schnelleren Lieferungen und verbesserter Prozesskontrolle beigetragen.

„Wir arbeiten bereits mit Partnern auf operativer Ebene zusammen, und CORPUS markiert den nächsten Schritt in dieser Arbeit", sagt Arsen Zhumadilov, Leiter der Verteidigungsbeschaffungsbehörde DOT (Defence Procurement Agency DOT), in der Pressemitteilung.

Zhumadilov wird die Zusammenarbeit im ersten Jahr leiten, wonach der Vorsitz zwischen den teilnehmenden Ländern rotieren soll.