Die norwegische Verteidigungsmaterialbehörde Forsvarsmateriell (FMA) hat eine neue NASAMS-IV-Batterie an die Luftforsvaret, die norwegische Luftwaffe, übergeben. Dies teilte die FMA am 3. November mit. Die Übergabe wurde auf dem Fliegerhorst Ørland (Mittelnorwegen) im Beisein von Ministerpräsident Jonas Gahr Støre feierlich begangen. Vier neue NASAMS-Batterien wurden bestellt, mit einem Gesamtkostenrahmen von knapp sieben Milliarden norwegischen Kronen.

"Mit den Lieferungen neuer NASAMS-Batterien unternehmen wir wichtige Schritte zur Stärkung der norwegischen Luftverteidigung. Wir ersetzen Material, das an die Ukraine gespendet wurde, und bauen gleichzeitig zusätzliche Fähigkeiten in unserer eigenen Verteidigung auf", sagt Gro Jære, Direktorin der FMA.

Laut der Pressemitteilung der FMA ersetzen zwei der Batterien Luftverteidigungsmaterial, das Norwegen im Frühjahr 2023 an die Ukraine gespendet hatte, und werden über das Nansen-Programm finanziert. Die beiden anderen sind Teil der geplanten Verstärkung der norwegischen Luftverteidigung und werden über den Investitionshaushalt der Streitkräfte finanziert. Der erste Vertrag wurde im Januar 2024 unterzeichnet.

Das NASAMS IV verfügt über modernisierte Abschusseinheiten und Feuerleitzentralen, bessere Leistungswerte und größere Flexibilität bei der Bekämpfung unterschiedlicher Bedrohungen. Neue Fahrzeuge und Anhänger sorgen zudem für verbesserte Mobilität. Die Batterie wurde an den 132. Luftflügel in Ørland übergeben, wo zugleich ein neues Gebäude für die Luftverteidigungsbatterien, die Bataillonsführung und die Taktische Schule der Luftverteidigung eingeweiht wurde.

Das NASAMS IV wurde in einer norwegisch-amerikanischen Industriekooperation entwickelt, mit Kongsberg als Hauptlieferant und dem amerikanischen Unternehmen Raytheon als Lieferant der Flugkörper. Das System wurde ursprünglich für den norwegischen Bedarf entwickelt und wird heute von mehreren Ländern eingesetzt.

Die FMA betreibt parallel mehrere Projekte, die unter anderem neue Radaranlagen, Flugkörper, elektrooptische Sensoren und Trainingssysteme umfassen. Neue Führungsstellen für NASAMS sollen von Ende 2027 bis 2029 geliefert werden. Laut FMA ist zudem die Beschaffung von vier weiteren NASAMS-Batterien geplant.