Die NATO hat einen Vertrag mit einem Industriekonsortium aus Thales und Leonardo über eine neue Generation deployabler Führungs- und Kontrollsysteme (C2-Systeme) für die Spezialkräfte des Bündnisses geschlossen. Die Systeme sollen die Fähigkeit zur Einrichtung sicherer und widerstandsfähiger Kommunikationsverbindungen für eingesetzte Verbände stärken und die Interoperabilität zwischen den Verbündeten verbessern.

Gemäß einer Pressemitteilung der NATO Communications and Information Agency (NCIA) umfasst der Vertrag die Lieferung von sechs Deployable Points of Presence (DPOP SOCC) an das NATO Special Operations Forces Command (SOFCOM). Die Lieferung beinhaltet außerdem Ausbildung, Wartung und Lebenszyklusunterstützung für die Systeme.

Das Projekt wird von der NCIA in Zusammenarbeit mit SOFCOM und dem Industriekonsortium Thales-Leonardo durchgeführt.

Die Systeme sind so konzipiert, dass sie schnell deployiert und je nach Auftragsbedarf skaliert werden können, von kleineren vorgeschobenen Einheiten bis hin zu deployierten Stäben. Sie sollen außerdem das NATO Federated Mission Networking (FMN) unterstützen, das eine sichere Informationsteilung, ein gemeinsames Lagebild und eine koordinierte Führung zwischen alliierten Verbänden ermöglicht.

In einer Pressemitteilung von Thales wird das Projekt als erster Teil eines größeren NATO-Programms zur Modernisierung der C2-Systeme für Spezialkräfte beschrieben. Die neuen Systeme sollen unter anderem robuste Kommunikationslösungen, leistungsstarke Rechenkapazitäten, Cyberschutz sowie eine sichere Umgebung für den Informationsaustausch zwischen verschiedenen Sicherheitsstufen umfassen.

Laut Thales werden die Systeme im NATO-Kontext erstmals auch die Übertragung von Full Motion Video (FMV) in Echtzeit zwischen verschiedenen deployierten Einheiten ermöglichen, mit dem Ziel, das Lagebewusstsein und die operative Effektivität der Spezialkräfte zu verbessern.

„Indem wir unsere Expertise mit den Fähigkeiten von Leonardo kombinieren, nutzen wir das Beste der europäischen Industrie in einem modularen, aufrüstbaren und felderprobten System, das den Spezialkräften der NATO ein C2-System der nächsten Generation zur Verfügung stellt", sagt Alexandre Bottero, stellvertretender Geschäftsführer für Networks and Infrastructure Systems bei Thales, in der Pressemitteilung.