Das Verteidigungstechnologieunternehmen MilDef hat einen Hardwareauftrag im Wert von rund 553 Millionen schwedischen Kronen von den Streitkräften eines nicht namentlich genannten europäischen NATO-Mitgliedslandes erhalten. Der Auftrag betrifft die Digitalisierung der Armee des betreffenden Landes und ist der bislang größte Einzelauftrag für Hardware, den das Unternehmen je erhalten hat. Die Lieferungen sollen im Jahr 2027 erfolgen.

„Der Auftrag der Behörde ist ein Beispiel dafür, wie MilDef nun beginnt, seine Hardwarelieferungen zu skalieren, während Verteidigungsorganisationen Fähigkeiten aufbauen", sagt Daniel Ljunggren, Vorstandsvorsitzender und Konzernchef von MilDef, in einer Pressemitteilung.

Der Auftrag ist ein Abruf aus dem 20-jährigen Rahmenvertrag, den MilDef 2022 mit den Streitkräften des betreffenden Landes geschlossen hat. Die Lieferung umfasst eine Aufrüstung der taktischen IT für den Einsatz auf verschiedenen Fahrzeugplattformen, wobei MilDef robuste Hardwarelösungen unter anderem in den Bereichen Kommunikation, Informationsmanagement und Integrationsunterstützung bereitstellt.

Olof Engvall, Leiter Investor Relations und Kommunikation bei MilDef, teilt Nordic Defence Sector mit, dass das Unternehmen bislang Aufträge im Wert von rund einer Milliarde schwedischen Kronen im Rahmen des Rahmenvertrags erhalten hat. Zu einer detaillierten Aufschlüsselung der Volumina über die verbleibende Vertragslaufzeit hat er sich jedoch nicht geäußert.

„Wir möchten keine Zusagen machen, aber in den allermeisten Fällen nähert man sich im Laufe der Zeit dem Höchstbetrag an. Die Zeitpunkte der Aufträge können variieren, aber historisch gesehen haben wir bei den meisten Rahmenverträgen recht nah daran gelegen", sagt Olof Engvall.

Laut Engvall ist der Auftrag einer der Gründe, warum MilDef seine Anlage in Helsingborg (Südwestschweden) ausbaut, die bis Herbst 2027 fertiggestellt sein soll.

„Wir skalieren die Hardwarelieferungen an diesen Kunden auf ein neues Niveau, und deshalb benötigen wir deutlich größere Räumlichkeiten. Wir gehen von 4.000 auf 10.000 Quadratmeter und müssen Hardware in größeren Mengen verarbeiten können", sagt er.

Das Unternehmen hat rund 100 Mitarbeiter rekrutiert und plant, weitere rund 100 einzustellen. Derzeit beschäftigt MilDef etwa 550 Mitarbeiter, beziehungsweise über 600 einschließlich Berater.

Auf die Frage, welche Art von robusten IT-Lösungen nachgefragt werden, antwortet Engvall, dass es um die Digitalisierung für die datengetriebene Verteidigung geht, vor allem im Bereich der Landstreitkräfte.

„Es geht um Führung und Kontrolle, Command and Control (C2), sowie um die Digitalisierung einer Vielzahl von Plattformen und Fahrzeugen, die diese Nation derzeit digitalisiert. Die Digitalisierung von Fahrzeugen im Kontext der Verteidigungsfähigkeit ist unser Kerngeschäft", sagt Olof Engvall.