Mit der Einführung der neuen dänischen Wehrpflichtausbildung im Jahr 2026 wird militärisches Mentaltraining ein obligatorischer Bestandteil des Lehrplans. Der Schwerpunkt liegt darauf, die mentale Einsatzbereitschaft der Soldaten bereits zu Beginn der Ausbildung zu stärken.

Die dänischen Streitkräfte (Forsvaret) integrieren ab 2026 Mentaltraining als festen Bestandteil der Wehrpflichtausbildung. Das Programm, bekannt als Militær Mentaltræning (MMT – Militärisches Mentaltraining), basiert auf praktischen Techniken und Theorie mit dem Ziel, die mentale Einsatzbereitschaft der Soldaten zu stärken. Das MMT wurde bereits bei mehreren Einheiten erprobt, und die Ergebnisse zeigen einen Rückgang der Abbrecherquote unter Wehrpflichtigen.

– Es geht darum, das Selbstverständliche explizit zu machen. Die meisten wenden bereits bestimmte Techniken unbewusst an, aber jetzt erhalten sie Werkzeuge, um mit Belastungen bewusster umzugehen, sagt Militärpsychologe Halfdan Koot in einer Pressemitteilung der dänischen Streitkräfte.

Ein spezielles Ausbilderprogramm, „MMT Train the Trainer", wird eingesetzt, um Instrukteure auszubilden, die ihrerseits Wehrpflichtige unterrichten sollen. Seit 2021 wurden rund 1.200 Personen ausgebildet. Das Programm richtet sich sowohl an militärisches als auch an ziviles Personal der Streitkräfte, einschließlich Sozialberater und HR-Mitarbeiter.

Eine Untersuchung aus dem Jahr 2021 ergab, dass viele Militärangehörige mehr Unterricht in Stressbewältigung und mentalem Training forderten, jedoch Hindernisse wie Zeitmangel und fehlendes Fachwissen wahrnahmen. Die neue Initiative zielt darauf ab, Problemen vorzubeugen, anstatt sie nachträglich zu beheben.

Im Programm wird unter anderem OSK – operative Stresskontrolle – als Instrument eingesetzt, um psychische Belastungen zu erkennen und anzusprechen. – Wir sehen, dass junge Menschen heute konkrete Werkzeuge und mehr Transparenz fordern. MMT bietet genau das, sagt Halfdan Koot.

Der Wehrpflichtrat (Værnepligtsrådet) steht der Entwicklung positiv gegenüber. Ratsmitglied Emmely Søgaard Hansen ist der Ansicht, dass die längere Wehrpflichtzeit erfordert, dass die Wehrpflichtigen von Beginn an mental gestärkt werden.

– Es ist wirklich gut, dass sie dieses Wissen erhalten, bevor sie in Situationen geraten, in denen es tatsächlich gebraucht wird, sagt Lise Frehr Holm Nielsen, ebenfalls Mitglied des Værnepligtsrådet.