In Nuuk (Hauptstadt Grönlands) haben sich rund 40 Personen versammelt, um dem Kommandeur des Arktischen Kommandos Dänemarks, Generalmajor Søren Andersen, Fragen zur verstärkten militärischen Präsenz in und um Grönland zu stellen. Das Treffen ist das erste einer Reihe von Bürgerbegegnungen, die im September stattfinden, wie die dänischen Streitkräfte in einer Pressemitteilung mitteilen.

Laut Andersen zielen die Aktivitäten der kommenden Wochen unter anderem darauf ab, Seenotrettung und die Bekämpfung von Ölverschmutzungen auf See zu üben, aber auch die konventionelle Verteidigung zu trainieren.

– Wir müssen anerkennen, dass sich die Lage in der Arktis verändert hat. Russland ist aktiver und kooperiert mit China. Das geschieht nicht direkt bei Grönland, aber wir müssen es ernst nehmen. Deshalb müssen wir Soldaten und Gerät in das Gebiet entsenden und im Gelände üben, sagte Andersen bei dem Treffen.

Das Training umfasst unter anderem die Zusammenarbeit mit Royal Arctic Line, bei der Seenotrettung und Umwelteinsätze geübt werden. Während des Übungszeitraums werden zudem Hubschrauber, Kampfflugzeuge, Kriegsschiffe sowie Verbände der dänischen Armee und des Heimatschutzes (Hjemmeværnet) an mehreren Orten in Grönland zu sehen sein.

Fragen der Teilnehmer betrafen unter anderem die Überwachung des Gebiets, den Zugang zu großen Schiffen sowie Dänemarks Fähigkeit, ein so großes Territorium zu verteidigen. Andersen betonte, dass die Verteidigung Grönlands aus einer NATO-Perspektive betrachtet werden müsse.

– Dänemark und Grönland tragen die primäre Verantwortung, aber sollte etwas eintreten, kommt die Unterstützung der übrigen NATO-Mitglieder. Leider sind nicht wir es, die entscheiden, ob Grönland in einen Konflikt hineingezogen wird, sagte Andersen und verwies auf die Erfahrungen aus der Ukraine.