Der litauische Verteidigungsrat hat beschlossen, 100 Exemplare des Schützenpanzers CV90 MkIV von BAE Systems Hägglunds zu beschaffen. Mit diesem Beschluss schließt sich Litauen dem multinationalen Gemeinschaftserwerb an, dem bereits Schweden, Finnland, Norwegen, Estland und die Niederlande angehören.

Der Kauf ist Teil der nordisch-baltischen Zusammenarbeit, die im November formell etabliert wurde, als die Länder ein technisches Abkommen in Helsinki (Finnland) unterzeichneten. Das Dokument legt gemeinsame technische Parameter, Kooperationsprinzipien und einen Fahrplan für den Hauptvertrag fest, dessen Unterzeichnung für Anfang 2026 geplant ist. Die Lieferungen nach Litauen sollen 2028 beginnen.

Laut dem litauischen Verteidigungsministerium ist es das Ziel, Teile der Fertigung sowie die künftige Wartung der Fahrzeuge in Litauen durchzuführen. Dies soll die Versorgungssicherheit gewährleisten, lokale Kapazitäten aufbauen und industrielle Synergien im Rahmen der strategischen Zusammenarbeit schaffen.

Im Dezember des vergangenen Jahres berichtete Nordic Defence Sector, dass die damals neu ernannte litauische Verteidigungsministerin Dovilė Šakalienė Vertreter von Hägglunds getroffen hatte. Im Mittelpunkt stand die Vertiefung der industriellen Zusammenarbeit sowie die Einbindung litauischer Unternehmen in die Lieferkette des CV90. Sie betonte zugleich die Notwendigkeit einer raschen Umsetzung, um bis 2030 volle Einsatzfähigkeit zu erreichen.

Im Frühjahr 2025 bestätigten die Ministerpräsidenten Schwedens und Litauens die Pläne für eine koordinierte Beschaffung von mehreren hundert CV90-Fahrzeugen. Anlässlich eines Treffens in Stockholm (Schweden) im April betonte Ulf Kristersson, dass Schweden, Litauen, Finnland und Norwegen auf eine gemeinsame Absichtserklärung hinarbeiteten. Der litauische Ministerpräsident Gintautas Paluckas hob hervor, dass eine gemeinsame Beschaffung sowohl die bilaterale als auch die regionale Verteidigungskooperation stärken würde.

Im November 2025 unterzeichneten Litauen gemeinsam mit Schweden, Finnland, Norwegen, Estland und den Niederlanden eine technische Vereinbarung, die die Grundlage für die Zusammenarbeit bildet. Das Abkommen zielt darauf ab, Entwicklung, Nutzung und Wartung des CV90-Systems zu koordinieren, und soll laut der Schwedischen Beschaffungsbehörde für Verteidigungsmaterial (FMV) zu kürzeren Lieferzeiten und niedrigeren Kosten für die Teilnehmerländer beitragen.