Henrik Landerholm verlässt sein Amt als nationaler Sicherheitsberater Schwedens nach einer Einigung mit Ministerpräsident Ulf Kristersson (M). Der Rücktritt erfolgt vor dem Hintergrund einer eingeleiteten Voruntersuchung wegen des Umgangs mit zurückgelassenen Dokumenten auf einem Kurszentrum vor zwei Jahren.

– Ich habe die Information erhalten, dass eine Voruntersuchung eingeleitet wurde. Ich habe den Ministerpräsidenten darüber informiert, und wir sind uns einig, dass ich unter den gegebenen Umständen meine Aufgaben nicht länger erfüllen kann, schreibt Landerholm in einem Beitrag auf X (ehemals Twitter).

Landerholm, der sein Amt im November 2022 antrat, war Schwedens erster nationaler Sicherheitsberater. Er erhielt damals den Auftrag, die Koordinierung der schwedischen Sicherheits- und Geheimdienstangelegenheiten durch den neu eingerichteten nationalen Sicherheitsrat zu leiten. Mit einer langen Karriere im Verteidigungsbereich und im Auswärtigen Dienst, darunter Tätigkeiten als Rektor der Schwedischen Hochschule für Landesverteidigung (Försvarshögskolan), Generaldirektor der Behörde für psychologische Verteidigung sowie als Botschafter in Lettland, hat er mehrere führende Rollen im Bereich der schwedischen Sicherheit bekleidet.

Bei der Einrichtung des Geheimdienstrates im Jahr 2023 beschrieb Landerholm die Arbeit als entscheidend für die Stärkung der Zusammenarbeit und Koordinierung zwischen der Regierungskanzlei und den schwedischen Sicherheitsbehörden, darunter die Sicherheitspolizei (Säkerhetspolisen/SÄPO), der Nationale Nachrichtendienst (Försvarets radioanstalt/FRA) sowie die Schwedischen Streitkräfte (Försvarsmakten).

Landerholm hat in seiner Erklärung die Entscheidung, das Amt niederzulegen, auch als „großen Kummer" bezeichnet und seine 42-jährige Tätigkeit im Staatsdienst hervorgehoben. Er beendet seinen Twitter-Thread mit dem Hinweis, dass er sich während eines laufenden Rechtsverfahrens nicht öffentlich äußern werde.

Während seiner Amtszeit stand er wiederholt in der Kritik, unter anderem dafür, dass er Steuerzahler für private Reisen nach Berlin aufkommen ließ, sowie für den nachlässigen Umgang mit als geheim eingestuften Dokumenten. Die Opposition, darunter der verteidigungspolitische Sprecher der Sozialdemokraten, Peter Hultqvist, hatte seinen Rücktritt gefordert.