Kongsberg erweitert seine weltraumgestützte Fähigkeit zur maritimen Überwachung, um den gestiegenen operativen Bedarf der norwegischen Streitkräfte (Forsvaret) zu decken. Die Initiative soll dichtere Beobachtungen und eine verbesserte Abdeckung nahezu in Echtzeit ermöglichen.
Drei neue Satelliten sollen laut einer Pressemitteilung von Kongsberg Anfang 2027 der N3X-Satellitenkonstellation des Unternehmens hinzugefügt werden. Damit steigt die Zahl der Satelliten in der Konstellation auf sechs.
„Der Ausbau der Konstellation wird die Abdeckung, die Reaktionsfähigkeit und unsere Möglichkeit verbessern, Aktivitäten von Interesse in maritimen Gebieten zu überwachen", sagt Oberst John-Arild Bodding, Leiter des Weltraumoperationszentrums der norwegischen Streitkräfte.
Der Ausbau baut auf den ersten drei N3X-Satelliten auf, die 2025 gestartet wurden und maritime Überwachungsdaten an norwegische Behörden liefern. Die Daten werden vom norwegischen Verteidigungsministerium sowie von Behörden mit Zuständigkeit für Seesicherheit und Meeresverwaltung genutzt, darunter die norwegische Küstenverwaltung (Kystverket), die norwegische Fischereidirektion (Fiskeridirektoratet) und die norwegische Zollverwaltung (Tolletaten).
Die Satelliten sind mit integrierten Empfängern für das automatische Identifikationssystem (AIS) sowie passiven Funksensoren (RF-Sensoren) ausgestattet. Laut Kongsberg ermöglicht die Ausrüstung, sogenannte dunkle Schiffe zu erkennen und zu verfolgen, Versuche zur Manipulation von AIS-Daten zu identifizieren und andere auffällige Aktivitäten auf See zu überwachen.
Sämtliche Satelliten der Konstellation gehören Kongsberg. Das Unternehmen verantwortet zudem die Systemintegration und die sichere Datenübermittlung. Die Satellitenplattformen werden von Kongsberg NanoAvionics geliefert, während KSAT für Bodendienste und Satellitenbetrieb zuständig ist.
N3X ist sowohl für militärische als auch für zivile Anwendungsbereiche vorgesehen. Überschusskapazität der Konstellation wird zudem an verbündete Länder geliefert, und weitere Kapazität steht für Verbündete und Partnerländer zur Verfügung.

