Die thailändische Luftwaffe hat bekanntgegeben, dass sie den Gripen E/F von Saab als künftiges Kampfflugzeug gewählt hat. Die formelle Bekanntmachung wurde auf einer Pressekonferenz in Bangkok am 4. Juni veröffentlicht, an der sowohl der schwedische Botschafter in Thailand als auch Vertreter der schwedischen Beschaffungsbehörde FMV (Försvarets materielverk) und Saab teilnahmen.

Die Entscheidung bedeutet, dass Saab nun gemeinsam mit der schwedischen Beschaffungsbehörde für Verteidigungsmaterial (FMV) im Beschaffungsprozess voranschreitet. Ein Vertrag ist noch nicht unterzeichnet, jedoch hat die Führung der thailändischen Luftwaffe bestätigt, dass ein erster Schritt der Beschaffung vier Flugzeuge umfasst, einschließlich zugehöriger Ausrüstung, Ersatzteile und Trainingssysteme.

– Wir begrüßen die Nachricht, dass die thailändische Luftwaffe nun den Gripen E/F als künftiges Kampfflugzeug gewählt hat, sagt Saabs Vorstandsvorsitzender Micael Johansson in einer Pressemitteilung des Unternehmens.

Der Hintergrund der Entscheidung ist, dass Thailands bestehende F-16-Flotte, die seit 1988 im Einsatz ist, das Ende ihrer Nutzungsdauer erreicht. Das Land plant nun, im Zeitraum von 2025 bis 2034 insgesamt zwölf neue Kampfflugzeuge einzuführen. Das Budgetvolumen für die erste Phase beträgt umgerechnet rund 560 Millionen US-Dollar.

Thailand erwägt seit 2023, seine bestehende Gripen-Flotte um weitere Flugzeuge zu ergänzen. Bereits damals wurde deutlich, dass Saab als wirtschaftlich und operativ realistischere Alternative zu neuen amerikanischen F-16 oder F-15 angesehen wurde. Im August 2024 wurde bestätigt, dass die Beschaffung zwischen dem Gripen E/F und dem F-16 Block 70/72 abgewogen wurde und eine Regierungsentscheidung unmittelbar bevorstehe.

Thailands Gripen-Flotte besteht derzeit aus elf Flugzeugen, nachdem das Land 2007 zwölf Gripen C/D von Saab erworben hatte. Ein Flugzeug ging bei einem Unfall im Jahr 2017 verloren.