Im Vorfeld der dieswöchigen Gipfeltreffen in Kopenhagen (Dänemark) hat Dänemark Unterstützung von mehreren europäischen Ländern in Form von Personal und Systemen zur Erkennung und Abwehr von Drohnen erhalten. Zu den Beitragenden zählen Schweden, Finnland, Norwegen und die Ukraine.
Laut Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen beteiligen sich unter anderem Deutschland, Frankreich, Schweden, Finnland, Norwegen und die Ukraine an der Unterstützung Dänemarks.
– Ich bin sowohl stolz als auch erfreut darüber, dass so viele Länder Dänemark in der aktuellen Lage den Rücken stärken. Dies ist ein klares Zeichen des europäischen Zusammenhalts und unseres gemeinsamen Kampfes für ein freies und demokratisches Europa. Und es ist bewegend, dass auch die Ukraine ihre Hilfe angeboten hat, sagte er in der Pressemitteilung.
Auch die NATO trägt mit Fähigkeiten bei. Der Verteidigungschef, General Michael Wiggers Hyldgaard, betont, dass der Einsatz die Fähigkeit der Streitkräfte stärkt, dort zu wirken, wo es erforderlich ist, und dies in Koordination mit der Polizei.
Schweden hat einen Militärverband mit sogenannter Counter-UAS-Fähigkeit (Abwehr unbemannter Luftfahrtsysteme) sowie mehrere fortschrittliche Radarsysteme beigesteuert. Das schwedische System wurde zuvor bei Einsätzen auf Gotland (strategische Insel in der Ostsee) und in Polen eingesetzt.
– Der Auftrag besteht im Kern darin, die Souveränität eines Verbündeten und Nachbarn zu schützen, sagte Ewa Skoog Haslum, Operationschefin der Schwedischen Streitkräfte (Försvarsmakten), anlässlich der Bekanntgabe.
Die Ukraine hat ein Spezialistenteam entsandt, um Erfahrungen aus dem Krieg zu teilen, in dem Drohnen eine zentrale Rolle gespielt haben. Laut Präsident Wolodymyr Selenskyj kann der Einsatz zur Entwicklung einer gemeinsamen europäischen Drohnenabwehr beitragen.
– Unser Fachwissen kann ein Schlüssel für Europas künftige „Drone Wall" werden, schrieb er am 30. September.
Finnland hat nach einem formellen dänischen Ersuchen entschieden, eine Militäreinheit mit Drohnenfähigkeiten zu entsenden. Die Einheit operiert unter dänischer Führung.
– Durch unsere Beteiligung leisten wir konkrete Unterstützung für ein nordisches NATO-Land, sagte Verteidigungsminister Antti Häkkänen.
Norwegen hat ebenfalls Personal und Ausrüstung entsandt. Verteidigungsminister Tore O. Sandvik betonte die Bedeutung von Solidarität und gemeinsamer Sicherheit in Europa. Die norwegischen Streitkräfte (Forsvaret) geben an, dass der Beitrag die nationale Einsatzbereitschaft nicht beeinträchtigt und der Einsatz direkt mit dem dänischen Verteidigungsministerium koordiniert wird.
Hintergrund sind mehrere größere Treffen in Kopenhagen am 1. und 2. Oktober, darunter ein informeller EU-Gipfel über europäische Verteidigung und Unterstützung für die Ukraine sowie ein Treffen der Europäischen Politischen Gemeinschaft mit Teilnehmern aus insgesamt 47 Ländern. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem Drohnenbedrohungen, hybride Einflussnahme und die Sicherheitslage in Europa. In den Tagen vor den Treffen hat das dänische Verteidigungsministerium mehrere Sichtungen von Drohnen in der Nähe militärischer Anlagen bestätigt, darunter die Flyvestation Skrydstrup (dänischer Luftwaffenstützpunkt) und die Kaserne des Jydske Dragonregiment in Holstebro (Westdänemark).

