Island und die EU haben eine neue Partnerschaft im Bereich Sicherheit und Verteidigung geschlossen. Das Abkommen wurde von der Hohen Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Kaja Kallas, und dem isländischen Außenminister Þorgerður Katrín Gunnarsdóttir unterzeichnet.

– Die neue Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft stärkt die enge Zusammenarbeit zwischen der EU und Island weiter und wird zur Sicherheit und zum Wohlstand der EU und Islands beitragen, die gegenseitig miteinander verbunden sind, heißt es in der Erklärung.

Den Parteien zufolge soll das Abkommen die bereits enge Zusammenarbeit vertiefen und sowohl die Sicherheit als auch den Wohlstand stärken. Es basiert auf gemeinsamen Werten und Interessen in der Außen- und Sicherheitspolitik und schafft einen Rahmen für eine verstärkte Zusammenarbeit in regionalen Sicherheitsfragen.

Die Zusammenarbeit umfasst unter anderem die Unterstützung der Ukraine, Fragen im Zusammenhang mit der Arktis und maritimer Sicherheit, Cyberfragen, neue Technologien, wirtschaftliche Sicherheit sowie den Zusammenhang zwischen Klimawandel und Sicherheit. Das Abkommen beinhaltet auch Strukturen für Dialog und Konsultation, um den Informationsaustausch zu erleichtern und die Zusammenarbeit zu leiten. Unter anderem ist ein jährlicher spezieller Dialog über Sicherheit und Verteidigung geplant.

Das Abkommen wird als wichtiger Schritt in den Beziehungen zwischen der EU und Island beschrieben, insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen unsicheren Sicherheitslage, und baut auf der etablierten Zusammenarbeit im Rahmen des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) auf.

Anfang März schlug die isländische Regierung vor, dass das Land ein Referendum darüber abhalten soll, ob die Verhandlungen über eine EU-Mitgliedschaft wieder aufgenommen werden sollen. Der Vorschlag wurde dem isländischen Parlament, dem Althingi, übermittelt, und das Referendum soll voraussichtlich am 29. August dieses Jahres stattfinden. Das Ergebnis soll darüber entscheiden, ob das Land die Verhandlungen mit der EU wieder aufnimmt oder nicht.