HMS Härnösand hat den Marinestützpunkt Berga (südlich von Stockholm, Schweden) verlassen und ist nach Karlskrona (südliches Schweden, Marinestützpunkt) verlegt worden, wo die Korvette modernisiert und zur ersten Visby-Korvette ausgerüstet werden soll, die mit dem Luftverteidigungsraketensystem 31 (Luftvärnsrobotsystem 31) ausgestattet wird. Die Schwedischen Streitkräfte (Försvarsmakten) teilen mit, dass das Upgrade einen der größten Fähigkeitssprünge für die Schiffsklasse seit ihrer Indienststellung darstellt.
Laut den Schwedischen Streitkräften war eine Luftverteidigungsfähigkeit bereits während der Entwicklung der Visby-Korvetten vorgesehen, wird jedoch erst jetzt tatsächlich realisiert.
„Die Luftverteidigungsfähigkeit war konzeptionell seit der Entwicklungsphase des Schiffstyps vorgesehen, wurde jedoch aus verschiedenen Gründen nie vollständig umgesetzt. Mit der Modernisierung der Visby-Klasse wird nun ein wichtiger Schritt unternommen, um die ursprüngliche Vision für die Korvette vom Typ Visby zu verwirklichen", sagt Korvettenkapitän Birger Axelsson, Kommandant der HMS Härnösand.
Die Modernisierung umfasst die Integration des Luftverteidigungsraketensystems 31, Verifikation sowie Probefahrten, bevor das Schiff wieder in den operativen Dienst übernommen wird. Die neue Luftverteidigungsfähigkeit soll zudem zu einer engeren Zusammenarbeit zwischen Marine- und Luftstreitkräften durch gemeinsame Luftverteidigungsführung und Luftkoordinierung beitragen.
„Die Einführung des Luftverteidigungsraketensystems 31 bedeutet daher nicht nur, dass die Marine eine neue Fähigkeit erhält, sondern auch, dass die Zusammenarbeit zwischen Marine- und Luftstreitkräften weiter vertieft wird. In diesem Prozess wird die Luftkoordinierung zwischen Marine- und Luftstreitkräften von besonderer Bedeutung sein und einen wichtigen Teil der künftigen Entwicklung darstellen", sagt Birger Axelsson.
Die Schwedischen Streitkräfte betonen außerdem, dass die Erfahrungen, die durch die Einführung des Luftverteidigungsraketensystems 31 gewonnen werden, für die Einführung der zukünftigen schwedischen Fregatten von Bedeutung sein werden, unter anderem in den Bereichen Luftverteidigungsführung, Taktikentwicklung, Ausbildung und Integration mit den übrigen Teilen der Streitkräfte.
Die Modernisierung der Visby-Korvetten mit dem Luftverteidigungsraketensystem Sea Ceptor läuft seit dem Zeitpunkt, als die Schwedische Beschaffungsbehörde für Verteidigungsmaterial (FMV) 2023 einen Vertrag mit MBDA über die Lieferung des Systems abschloss. Anschließend erhielt Saab den Auftrag, Sea Ceptor in alle fünf Visby-Korvetten zu integrieren, während Schweden die Bestellung um weitere CAMM-Raketen erweitert hat. Nordic Defence Sector hat zuvor über alle Schritte des Projekts berichtet.

