Ab dem Herbstsemester 2025 sollen Gymnasialschüler der Jahrgangsstufe 1 im Rahmen des Gemeinschaftskundeunterrichts Unterricht über das Gesamtverteidigungssystem (Totalförsvar) und die NATO erhalten. Ziel ist es, das Wissen über Schwedens Gesamtverteidigung, das Völkerrecht und die Rolle der Sicherheitspolitik in den internationalen Beziehungen zu stärken.

– Bisher war es nicht selbstverständlich, dass Schülerinnen und Schüler eine Ausbildung über Schwedens Gesamtverteidigung und die Wehrpflicht erhielten – dies lag im Ermessen der einzelnen Lehrkraft. Das wird sich nun ändern, was bedeutet, dass alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 1 eine Ausbildung im Bereich Gesamtverteidigung erhalten werden, sagt Robert Trupp, Projektleiter für Gesamtverteidigungskunde bei den Schwedischen Streitkräften (Försvarsmakten), in einer Pressemitteilung der Behörde.

Die Ausbildung umfasst zwei Stunden und besteht aus einem digitalen Kurs, „Gemeinsam sind wir die Gesamtverteidigung", sowie einem interaktiven Lernspiel. Sie wurde in Zusammenarbeit mit der Schwedischen Schulbehörde (Skolverket), der Behörde für Katastrophenschutz und Notfallplanung (MSB – Myndigheten för samhällsskydd och beredskap), der Behörde für psychologische Verteidigung sowie der Wehrpflicht- und Musterungsbehörde entwickelt. Die Ausbildung wurde von Lexicon Interactive produziert und wird von der Vereinigung der Sicherheits- und Verteidigungsunternehmen (SOFF – Säkerhets- och försvarsföretagen) im Auftrag der Schwedischen Streitkräfte betrieben.

Die Schwedischen Streitkräfte betrachten die Einführung als einen wichtigen Schritt zur Stärkung des Bewusstseins für die Gesamtverteidigungspflicht. Laut Untersuchungen der Behörde wissen nur vier von zehn Schwedinnen und Schweden, wie sie sich in einer Krisen- oder Kriegssituation verhalten sollen.

– Das Ziel der Ausbildung ist es, bei unseren Schülerinnen und Schülern Einsicht, Zuversicht und Handlungsfähigkeit zu schaffen, damit sie wissen, wie sie in einer Krise und im äußersten Fall im Krieg handeln sollen, sagt Robert Trupp.

Bislang gab es keine Anforderung, dass Grund- oder Gymnasialschulen das Gesamtverteidigungssystem im Lehrplan unterrichten müssen. Die schwedische Regierung prüft nun, ob ein ähnlicher Unterricht auch in der Grundschule eingeführt werden sollte. Schulministerin Lotta Edholm (L) hat zuvor die Bedeutung betont, dass Schülerinnen und Schüler angesichts der veränderten Sicherheitslage Kenntnisse über die Gesamtverteidigung und die NATO erwerben.