Die schwedische Regierung setzt eine Sonderuntersuchung ein, um den Zugang zu zivilen Schießständen zu stärken. Der Auftrag geht an Pia Clerté, die die rechtlichen und wirtschaftlichen Hindernisse analysieren und Vorschläge zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für den Schießstandbetrieb in Schweden vorlegen soll.
Laut einer Pressemitteilung der Regierung wird der Zugang zu zivilen Schießständen als wichtig für die Schieß- und Jagdbewegung, die freiwilligen Verteidigungsorganisationen und zivile Behörden im Rahmen des Gesamtverteidigungskonzepts (Totalförsvar) eingeschätzt. Gleichzeitig weist die Regierung darauf hin, dass die Zahl der zivilen Schießstände seit langem rückläufig ist, besonders in Großstadtgebieten.
„Das Gesamtverteidigungskonzept benötigt schießkundige Männer und Frauen. Dafür braucht es Schießstände, und wir müssen den langfristigen Trend umkehren, bei dem die Zahl der Schießstände abnimmt. Da sowohl die zivile als auch die militärische Verteidigung ein starkes Wachstum verzeichnen, nimmt auch die Konkurrenz um die Nutzung unserer bestehenden Schießstände zu. Die Untersuchung, die wir nun einsetzen, wird gute Voraussetzungen dafür schaffen, dass Schweden mehr Schießstände erhalten kann, und ich freue mich, dass Pia Clerté die Rolle als Untersuchungsleiterin angenommen hat", sagt der Minister für zivilen Bevölkerungsschutz Carl-Oskar Bohlin in der Pressemitteilung.
Die Untersuchung soll unter anderem Hindernisse für die Errichtung und den Betrieb ziviler Schießstände prüfen, Maßnahmen zur Verbesserung des Zugangs vorschlagen (besonders in den Großstadtregionen) sowie analysieren, ob Regelungen im Plan- und Baugesetz vereinfacht werden können. Zudem soll geprüft werden, ob sich der Staat an der Finanzierung ziviler Schießstände beteiligen sollte und ob Kommunen verpflichtet werden könnten, alternative Standorte anzubieten, wenn ein Schießstand geschlossen wird. Die Regierung teilt mit, dass die Untersuchung auch sicherstellen soll, dass etwaige Regelvereinfachungen nicht von kriminellen Netzwerken oder der organisierten Kriminalität ausgenutzt werden können.
In einem Beitrag auf LinkedIn schreibt die Sonderuntersuchungsleiterin Pia Clerté, dass der Auftrag darauf abzielt, den Zugang zu zivilen Schießständen zu stärken, indem die derzeitigen rechtlichen, wirtschaftlichen und praktischen Hindernisse analysiert werden.
„Ich fühle mich zutiefst geehrt, das Vertrauen der Regierung und des Ministers für zivilen Bevölkerungsschutz Carl-Oskar Bohlin erhalten zu haben, die Untersuchung zur Stärkung des Zugangs zu Schießständen zu leiten. Meine Aufgabe wird es sein, die derzeitigen Hindernisse zu prüfen, seien sie juristischer, wirtschaftlicher oder praktischer Natur, und Wege zur Verbesserung des Zugangs zu zivilen Schießständen vorzuschlagen", schreibt Pia Clerté in dem Beitrag.
Die Untersuchung soll spätestens am 31. August 2027 vorgelegt werden.

