Nordholz, 7. November 2025 – Deutschland hat offiziell sein erstes maritimes Seefernaufklärungsflugzeug vom Typ Boeing P-8A Poseidon erhalten, was einen wichtigen Schritt bei der Modernisierung der Marineflieger sowie bei der gemeinsamen Überwachungsfähigkeit der NATO (North Atlantic Treaty Organization) markiert.
Die Zeremonie fand auf dem Marinefliegerstützpunkt Nordholz statt, in Anwesenheit von Vertretern der Bundeswehr, von Boeing und der NATO. Das Flugzeug wird für U-Boot-Jagd, maritime Überwachung und Aufklärung eingesetzt und ist mit fortschrittlichen Radar- und Sonarsystemen sowie der Fähigkeit zum Mitführen von Torpedos ausgestattet.
– Mit der Poseidon vollziehen wir einen technologischen Sprung, der sowohl unsere nationale Sicherheit als auch die kollektive maritime Überwachungsfähigkeit der NATO stärkt, sagte der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius bei der Übergabe.
Schlüsselrolle in der maritimen Verteidigung der NATO
Die P-8A Poseidon basiert auf der Boeing-737-Plattform und wird bereits von den USA, Großbritannien und Norwegen eingesetzt. Das Flugzeug kann über weite Meeresgebiete operieren und Unterwasserbedrohungen auf große Entfernungen schnell identifizieren und verfolgen, eine Fähigkeit, die angesichts der zunehmenden russischen Marineaktivität im Nordatlantik und in der Ostsee immer wichtiger wird.
Deutschland hat fünf Flugzeuge bestellt, die schrittweise bis 2027 ausgeliefert werden. Sie ersetzen die bisherige P-3C-Orion-Flotte, die seit den 1980er Jahren im Dienst war.
– Die Poseidon stärkt unsere Fähigkeit, gemeinsam mit unseren NATO-Verbündeten zu agieren, und trägt dazu bei, die europäischen Meere frei und sicher zu halten, sagte Konteradmiral Christoph Schuhart, Befehlshaber der deutschen Marineflieger.
Teil eines umfassenderen Modernisierungsprogramms
Die Beschaffung ist Teil der langfristigen „Zeitenwende"-Strategie Deutschlands zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit und zur Erreichung der NATO-Ziele für Verteidigungsausgaben. Das Programm umfasst auch Investitionen in neue U-Boote, Luftverteidigung und Kommunikationssysteme.
Ein offizieller Beitrag der Bundeswehr auf X (@BundeswehrInfo) bestätigte die Lieferung und veröffentlichte Bilder von der Zeremonie in Nordholz.

