Die französische Rüstungsbeschaffungsbehörde Direction générale de l'armement (DGA) hat 3.000 multispektrale Tarnnetze bei Saab bestellt. Die Netze stammen aus dem Tarnungssystem Barracuda des Unternehmens und werden von der Firma Solarmtex S.A.S in Zentralfrankreich produziert, gemäß einer Pressemitteilung der DGA.
Das Barracuda-System tarnt nicht nur visuell, sondern maskiert auch Wärmesignaturen vor IR-Optik. Es ist seit Langem bei den Schwedischen Streitkräften (Försvarsmakten) im Einsatz, und die Fahrzeuge, die Schweden an die Ukraine gespendet hat, darunter der Schützenpanzer CV90 (Stridsfordon 90), der Kampfpanzer Leopard 2S (Stridsvagn 122) und das Artilleriesystem Archer, wurden ebenfalls mit dem Tarnungssystem von Saab Barracuda ausgestattet.
Schützenpanzer CV90 ausgestattet mit Tarnnetz von Saab Barracuda. Foto: Schwedische Streitkräfte (Försvarsmakten)
In einem Interview mit einer ukrainischen CV90-Besatzung an der Front loben diese unter anderem die Leistungsfähigkeit des Netzes. Laut der Besatzung lässt die Tarnung das gesamte Fahrzeug in einer Wärmebildkamera wie ein abgeschaltetes Auto aussehen.
Laut DGA beläuft sich der Auftragswert auf 20 Millionen Euro und die Lieferungen an die französische Armee sowie die Luft- und Raumfahrtstreitkräfte erfolgen zwischen 2024 und 2026. Die Netze sind in drei verschiedenen Größen und vier Ausführungen erhältlich: Nordeuropa, Südeuropa, Wüste und Winter.
Saab schloss im Oktober 2021 ein Kooperationsabkommen mit Solartex. Das Abkommen umfasst unter anderem einen Vertriebsvertrag, bei dem Solartex als Wiederverkäufer des Tarnungssystems in Frankreich fungiert. Die Herstellung und Montage der Tarnungssysteme wird in einer eigens dafür errichteten Fabrik durchgeführt.
Im Januar 2022 schloss Saab einen Rahmenvertrag mit der DGA über Barracuda-Netze mit einer Laufzeit von acht Jahren. Laut DGA ist die aktuelle Bestellung das Ergebnis einer zweijährigen Zusammenarbeit zwischen Saab, der DGA und der technischen Abteilung der französischen Armee. Die Netze sollen zur Tarnung von Gefechtsständen und Fahrzeugverbänden eingesetzt werden.

