Das Schwedische Verteidigungsforschungsinstitut (FOI – Totalförsvarets forskningsinstitut) hat im Auftrag von MCF (ehemals MSB – Schwedische Behörde für Katastrophenschutz und Notfallvorsorge) eine neue Methodenunterstützung entwickelt. Diese soll Organisationen dabei helfen, die Folgen von Störungen ihrer Abhängigkeit von globalen Satellitennavigationssystemen (GNSS) für Zeit und Frequenz zu analysieren.
– Präzise Zeitangaben sind für die Gesellschaft in vielen technischen Anwendungen von entscheidender Bedeutung: in Mobilfunknetzen, in Stromnetzen und bei der Vernetzung von Computern untereinander, sagt Sofia Bergström, Forschungsingenieurin in der Abteilung Elektronische Kriegsführung beim FOI.
Neben der Positionsbestimmung fungiert GNSS als entscheidende Quelle für Zeit und Frequenz in modernen technischen Systemen. Die Atomuhren der Satelliten werden regelmäßig mit Bodenstationen synchronisiert, was eine leicht zugängliche Quelle für präzise Zeitangaben liefert. Die Abhängigkeit von diesen Signalen schafft Verwundbarkeiten bei möglichen Störungen in Systemen wie dem amerikanischen GPS, dem russischen GLONASS, dem chinesischen BeiDou und dem europäischen Galileo.
Laut FOI richtet sich der Bericht in erster Linie an Akteure, die Risiko- und Verwundbarkeitsanalysen (RSA) durchführen. Die Methodenunterstützung basiert auf einem siebenstufigen Arbeitsablauf, der mit der Besetzung einer Analysegruppe und einer Bestandsaufnahme der priorisierten Verpflichtungen der Organisation beginnt. Anschließend werden Redundanzen und Systemabhängigkeiten untersucht.
– Wie groß die Auswirkungen einer Störung sind, hängt unter anderem davon ab, ob es sich um Friedenszeiten, eine Krise oder einen Krieg handelt. Deshalb muss man die eigene Organisation im Detail analysieren, um zu verstehen, welche Verwundbarkeiten vorhanden sind, sagt Åsa Davidsson, Analystin in der Abteilung Verteidigungsanalyse beim FOI und Mitautorin des Berichts.
Die Arbeit wird mit einer Bewertung der Folgen möglicher Störungen abgeschlossen. Das gesammelte Wissen soll anschließend in die RSA der Organisation integriert werden, um MCF ein umfassendes Gesamtbild der technischen Abhängigkeiten der Gesellschaft zu vermitteln.

