Forscher des Schwedischen Instituts für Verteidigungsforschung (FOI – Totalförsvarets forskningsinstitut) haben einen Bericht über die vier globalen Satellitennavigationssysteme GPS, GLONASS, Galileo und BeiDou zusammengestellt. Der Bericht, der auf offenen Quellen basiert, beleuchtet sowohl technische Entwicklungen als auch Schwachstellen und Risiken dieser Systeme, teilt die Behörde in einer Pressemitteilung mit.

– Wir arbeiten hauptsächlich mit militärischem GPS und wollten einen besseren Überblick über die Entwicklungen auf der zivilen Seite gewinnen, da dort viel passiert. Wir wollten auch eine Übersicht für unsere Auftraggeber erstellen, sagt Sara Nilsson, Forschungsingenieurin bei der Abteilung Elektronische Kriegsführung des FOI in Linköping (südliches Schweden, Zentrum der Luft- und Raumfahrtindustrie).

GPS, das den USA gehört, ist seit den 1980er Jahren in Betrieb und hat mehrere Modernisierungen durchlaufen. Das russische System GLONASS wurde während der Sowjetzeit entwickelt und wird derzeit aufgerüstet. Das EU-Projekt Galileo, das darauf abzielt, eine vollständig zivile Alternative zu schaffen, war von Verzögerungen betroffen, befindet sich nun aber in der Abschlussphase seines Ausbaus. China hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten BeiDou als globales System etabliert, nachdem es zuvor auf westliche Technologie angewiesen war, schreibt das FOI.

– BeiDou wurde sehr schnell aufgebaut, es wurden erhebliche Mittel investiert. Möglicherweise ging es so schnell, weil man bestimmte Technologien von GPS und Galileo übernommen hat. Aber heute ist es ein modernes System – sie haben es wirklich von Anfang an richtig gemacht, sagt Sofia Bergström, Forschungsingenieurin beim FOI.

Das FOI weist in dem Bericht auf ein erhöhtes Risiko von Störungen und Täuschung von GNSS-Signalen (Globales Navigationssatellitensystem) hin, insbesondere durch sogenanntes Spoofing, bei dem ein Empfänger dazu gebracht wird, fehlerhafte Positions- und Zeitinformationen zu empfangen.

– In Flugzeugen können solche Systeme so stark beeinträchtigt werden, dass sie vollständig abgeschaltet werden müssen – was in der Luft nicht möglich ist. Störschutzanlagen können helfen, oder die Nutzung von Funktionen wie Galileos OSNMA (Open Service Navigation Message Authentication), bei der das Signal teilweise verschlüsselt ist. Dadurch kann das Signal authentifiziert werden, sodass man sicher sein kann, dass es korrekt ist, sagt Sara Nilsson.

Der Verteidigungssektor sollte laut den Berichtsautoren die zivile Entwicklung genau verfolgen. Zivile Empfänger können in bestimmten Fällen eine Ergänzung zu militärischen Systemen darstellen, beispielsweise bei kostengünstigen Drohnen, die nur einmal eingesetzt werden. Gleichzeitig wird die Bedeutung betont, dass das Militär vorrangig dedizierte Verteidigungssysteme einsetzt, um die Anfälligkeit für Störungen und Manipulation zu verringern.