Unbemannte Fahrzeuge haben im laufenden Krieg in der Ukraine einen weitreichenden Einfluss erlangt. Das geht aus einem neuen Bericht der Schwedischen Verteidigungsforschungsanstalt (FOI – Totalförsvarets forskningsinstitut) hervor, die den Einsatz von UAVs (unbemannten Luftfahrzeugen) und anderen ferngesteuerten Systemen im Bodenkampf analysiert, wie die Behörde in einer Pressemitteilung schreibt.

Laut dem Bericht haben die rasche technische Entwicklung in Verbindung mit einem umfangreichen operativen Einsatz sowohl die Taktik als auch die Bedingungen auf dem Schlachtfeld verändert. Die FOI stellt fest, dass selbst technisch begrenzte Systeme eine erhebliche Wirkung erzielen können, sofern Methoden und Taktik an ihre jeweiligen Fähigkeiten angepasst werden.

Das Entwicklungstempo wird als hoch beschrieben. Laut FOI vollzieht sich die gesamte Kette vom Entwurf bis zum operativen Einsatz innerhalb weniger Wochen. Die Ukraine soll verstärkt darauf setzen, Soldaten durch ferngesteuerte Fahrzeuge bei Aufgaben zu ersetzen, die als besonders risikoreich eingestuft werden.

Der Bericht beschreibt das ukrainische Schlachtfeld als in hohem Maße von Transparenz geprägt, wobei UAVs in großem Umfang für Aufklärung, Zielerfassung, Bekämpfung und Wirkungsbeurteilung eingesetzt werden. Dies wirkt sich auch auf andere Funktionen aus, wie etwa Sanitätswesen und Logistik, die laut FOI Hochrisikoaufgaben in Umgebungen mit hoher Sensorüberwachung darstellen.

Auch Russlands Produktion militärischer ferngesteuerter Systeme wird als umfangreich beschrieben. Unter anderem soll Russland im Jahr 2025 planen, über 70.000 Gleitbomben herzustellen. Gleichzeitig wird erwartet, dass sowohl die Ukraine als auch Russland im Herbst und Winter 2025 damit beginnen werden, UAVs mit autonomer Zielfähigkeit in größerem Maßstab einzusetzen. Offiziellen Verlautbarungen zufolge sollen Entscheidungen über den Waffeneinsatz weiterhin von menschlichen Operateuren getroffen werden.

Der Bericht stellt fest, dass unbemannte Bodenfahrzeuge (UGV – Unmanned Ground Vehicles) bislang eine begrenzte Rolle gespielt haben, dass die Ukraine jedoch plant, im Jahr 2025 15.000 UGVs zu beschaffen. Der Einsatz dieser Systeme soll nun zunehmen.

Die FOI weist zudem darauf hin, dass Faktoren wie Wetter, Lichtverhältnisse und elektronische Kampfführung den Grad der Schlachtfeldtransparenz beeinflussen und dass die Notwendigkeit der Anpassung an diese Bedingungen zunehmend an Bedeutung gewinnt.