Die Logistikorganisation der schwedischen Streitkräfte (FMLOG) hat mit der kommunal eigenen Hafengesellschaft Hallands Hamnar AB eine Vereinbarung über den Zugang zum Hafen von Halmstad (Südwestschweden) geschlossen. Die Vereinbarung tritt am 1. November 2026 in Kraft und markiert nach Angaben der schwedischen Streitkräfte den Beginn des Aufbaus des Logistiknetzwerks, das Schwedens und Natos operative und strategische Transport- und Versorgungsfähigkeit stärken soll. Weder die schwedischen Streitkräfte noch Hallands Hamnar machen Angaben zum Wert oder zur Laufzeit der Vereinbarung.
"Jetzt ermöglichen die schwedischen Streitkräfte erstmals Host-Nation-Support auf Grundlage der gemeinsamen Fähigkeit der Nato", sagt Brigadegeneral Lars O Jonsson, Leiter der Logistik der schwedischen Streitkräfte, in einer Pressemitteilung der schwedischen Streitkräfte.
Jonsson verweist auf Schwedens Rolle als Transitland und rückwärtiges Logistikgebiet und erklärt, dass die Arbeit nun von der Planung in die Umsetzung übergehe. Laut den schwedischen Streitkräften entscheidet die Logistik darüber, wie schnell Verstärkungen der Nato in operative Wirkung umgesetzt werden können. Strategisch wichtige Knotenpunkte werden daher priorisiert und befinden sich im Aufbau.
Laut einer Pressemitteilung von Hallands Hamnar betrifft die Vereinbarung den Hafen von Halmstad, der damit als erster Hafen Schwedens Host-Nation-Support für die Nato anbietet. Die schwedischen Streitkräfte sollen über einen abgegrenzten Teil des Hafengeländes verfügen und Zugang zu Kaianlagen sowie Lade- und Löschdiensten erhalten. Das Unternehmen gehört den Gemeinden Halmstad und Varberg, wie aus der eigenen Darstellung hervorgeht.
Carl-Henrik Hägg, Geschäftsführer von Hallands Hamnar AB, erklärt in der Pressemitteilung der schwedischen Streitkräfte, dass die Lage, Infrastruktur und Erfahrung des Unternehmens es zu einem wichtigen Bestandteil der Gesamtverteidigung machten. Laut Hägg könne der Hafen bei Bedarf kurzfristig umgestellt werden, sodass er auch militärisch genutzt werden kann.
Die Häfen in der Region Halland verfügen laut den schwedischen Streitkräften über gute Verbindungen zur Nordsee und stellen wichtige Zugänge zum Norden dar, insbesondere nach Finnland und ins Baltikum. Die Behörde beschreibt die Lage als zentral für die Aufnahme alliierter Truppen innerhalb des Nato-Operationsgebiets North West (Nordwest). Seetransporte sollen mit Straßen-, Schienen- und Lufttransporten koordiniert werden können.
Host-Nation-Support ist laut den schwedischen Streitkräften ein Sammelbegriff für die zivile und militärische Unterstützung, die ein Land ausländischen Streitkräften auf seinem Staatsgebiet gewährt, unabhängig davon, ob sich diese dort zu Übungszwecken, zum Transit oder im Einsatz befinden.
Im August 2025 beauftragte die Regierung die schwedischen Streitkräfte, der Nato die Einrichtung eines Stabs für die Logistikführung anzubieten, des Joint Logistics Support Group Headquarters (JLSG HQ), in Enköping (Mittelschweden). Der Stab soll laut Regierung die Instandhaltung und Transporte innerhalb des Nato-Operationsgebiets Nordwest leiten und koordinieren und Ende 2027 seine Arbeit aufnehmen können.

