Die dänische Beschaffungsbehörde FMI (Forsvarsministeriets Materiel- og Indkøbsstyrelse – Dänische Verteidigungs-Beschaffungs- und Logistikorganisation) und DTU Space testen derzeit ein halbmetergroßes Spiegelteleskop in Grönland. Das Projekt soll die Fähigkeit optischer Sensoren zur Verfolgung von Satelliten über der Arktis bewerten und könnte direkte Bedeutung für künftige militärische Operationen erlangen.
– Es handelt sich um ein rein optisches, passives Teleskop. Es geht schlicht darum, kleine Objekte am Himmel zu beobachten, erklärt die dänische Verteidigungs-Beschaffungs- und Logistikorganisation (FMI) in einer Pressemitteilung.
Über der Arktis passieren täglich eine große Anzahl von Satelliten in polaren Umlaufbahnen. Grönland ist einer der wenigen Orte der Welt, von denen aus diese systematisch vom Boden aus beobachtet werden können, schreibt die FMI. Die Behörde führt das kofinanzierte Projekt DENASSI (Development and Evaluation of Necessary Arctic Space Safety Infrastructure) gemeinsam mit der Forschungseinrichtung DTU Space durch.
Obwohl DENASSI grundsätzlich ein ziviles Projekt ist, hat die Evaluierung eine klare militärische Relevanz, so die FMI. Die Behörde schreibt, dass die Kenntnis über Satellitenpassagen sowohl für Land- als auch für Seeoperationen zunehmend an Bedeutung gewonnen hat. Erfahrungen aus dem Krieg in der Ukraine zeigen unter anderem, dass Informationen darüber, wann optische oder infrarotbasierte Sensoren passieren, den Zeitpunkt von Truppenbewegungen und Logistiktransporten unmittelbar beeinflusst.
Dänemark nimmt bereits am EU-Weltraumüberwachungsverbund EU SST (EU Space Surveillance and Tracking) gemeinsam mit 15 weiteren Nationen teil. Das aktuelle Projekt in Grönland soll untersuchen, welche Fähigkeiten Dänemark realistischerweise vom arktischen Territorium aus beisteuern kann.
Eine umfassende Bewertung technischer Lösungen, Betriebsformen und Kosten wird künftig als Grundlage für zukünftige Entscheidungen dienen. Der dänische Verteidigungsstab ist bereits eingebunden, was bedeutet, dass das Projekt operativ in die künftige Arbeit der dänischen Streitkräfte im Weltraumbereich integriert werden könnte.


