FORCIT hat einen Vertrag mit dem Logistikkommando der finnischen Streitkräfte (Puolustusvoimat) über die Lieferung des Seeminenssystems Blocker im Rahmen der Kooperation Naval Mines Cooperation (NMC) unterzeichnet. Der Vertrag umfasst zunächst Finnland, Deutschland, Dänemark, Litauen und Norwegen und soll einen Gesamtwert von "mehreren hundert Millionen Euro" haben.
Laut einer Pressemitteilung des Logistikkommandos der finnischen Streitkräfte wurde der Vertrag am 25. Juni unterzeichnet und markiert den Eintritt der gemeinsamen Beschaffung von Seeminen in die Rahmenvertragsphase. Die Behörde beschreibt die NMC als eine Kooperation für gemeinsame Beschaffungen und vertiefte Zusammenarbeit unter anderem in den Bereichen Logistik, Operationen, Lebenszyklusmanagement, Ausbildung, Informationsaustausch und Waffensystementwicklung.
Auf eine Anfrage von Nordic Defence Sector, wie die gemeinsame Beschaffung in der Praxis funktionieren werde, teilte FORCIT mit, dass der Rahmenvertrag auf einer gemeinsamen Blocker-Konfiguration für alle teilnehmenden Marinen basiert, um Interoperabilität und Austauschbarkeit zu gewährleisten. Laut Hannu Hytti, Leiter der Naval Unit bei FORCIT, werde jedes Land anschließend die spezifischen Algorithmen entsprechend seinen potenziellen operativen Anforderungen festlegen.
Das Logistikkommando betont, dass Finnland aufgrund der langjährigen Kompetenz der Marine im Bereich der Seeminen sowie der Kapazitäten der heimischen Verteidigungsindustrie als Leitnation des Projekts ausgewählt wurde. Die Behörde stellt zudem fest, dass die Bedeutung von Seeminen in militärischen Operationen zunehmend Aufmerksamkeit erlangt und dass die Bedingungen in der Ostsee und der Nordsee für diese Art von Fähigkeit besonders geeignet sind.
In einer separaten Pressemitteilung bezeichnet FORCIT den Vertrag als strategisch wichtigen Meilenstein für das Unternehmen und hebt die wachsende Nachfrage nach maritimen Verteidigungssystemen in Europa hervor.
„Dieser Vertrag ist eine wichtige Anerkennung der jahrzehntelangen Arbeit von FORCIT bei der Entwicklung und Herstellung hochwertiger Verteidigungssysteme für Land- und Seestreitkräfte. Europa braucht zuverlässige und skalierbare Verteidigungslösungen, und FORCIT begegnet diesem Bedarf durch technische und industrielle Kompetenz sowie eine enge Zusammenarbeit mit den Kunden", sagt Joakim Westerlund, Geschäftsführer der FORCIT Group, in der Pressemitteilung des Unternehmens.
Blocker ist eine Grundmine (seabed-deployed influence sea mine), die laut FORCIT fortschrittliche Sensortechnologie mit langfristigem Lebenszyklusunterstützung kombiniert und für den flexiblen Einsatz in verschiedenen maritimen Operationsumgebungen entwickelt wurde.
Nordic Defence Sector fragte das Unternehmen auch, ob ausreichende Produktionskapazitäten vorhanden seien, sollten weitere NMC-Länder das System beschaffen wollen. Laut Hannu Hytti baut FORCIT seine Fertigungskapazitäten bereits aus.
„Wir verfügen bereits über eine erhebliche Produktionskapazität, und ein Investitionsprogramm zur weiteren Kapazitätssteigerung schreitet planmäßig voran", sagt Hytti.
Nordic Defence Sector berichtete im Oktober 2025, dass Finnland die Führung der Naval Mines Cooperation übernommen hat, in der sich zehn Länder, Belgien, Dänemark, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Norwegen, Polen, Schweden und Deutschland, darauf geeinigt haben, die Zusammenarbeit bei Seeminensystemen zu vertiefen und eine gemeinsame Beschaffung des Blocker-Systems vorzubereiten.

