Großbritannien, Finnland, die Niederlande und Polen haben sich auf die nächsten Schritte bei der Entwicklung des neuen Multilateral Defence Mechanism (MDM) geeinigt, einer Initiative zur Beschleunigung von Verteidigungsinvestitionen und gemeinsamen Materialbeschaffungen. Die Länder streben an, den Mechanismus bis 2027 zu etablieren und in Kürze formelle Vertragsverhandlungen aufzunehmen.
Einem gemeinsamen Kommuniqué zufolge, das unter anderem bei der britischen Regierung und dem finnischen Verteidigungsministerium (Puolustusministeriö) veröffentlicht wurde, soll der MDM als neues Finanzierungsmodell dienen, um Investitionen in kritische Verteidigungsfähigkeiten zu steigern, gemeinsame Beschaffungen anzuregen und die Nachfrage zwischen gleichgesinnten Verbündeten zu koordinieren. Die Initiative wird als Reaktion auf die veränderte Sicherheitslage und Russlands anhaltenden Angriffskrieg gegen die Ukraine beschrieben.
In der gemeinsamen Erklärung geben die vier Länder an, dass sie nun daran arbeiten werden, die Zusammenarbeit auf weitere Teilnehmer auszuweiten, die technische Entwicklung des Mechanismus im Herbst fortzusetzen sowie sicherzustellen, dass das Modell andere internationale Initiativen zur Verteidigungsfinanzierung ergänzt und die Interoperabilität innerhalb der NATO stärkt.
„Europas Verteidigungsbeschaffung ist zu fragmentiert, zu teuer und zu langsam. Deshalb habe ich daran gearbeitet, den Multilateral Defence Mechanism zu etablieren, der die Zusammenarbeit stärken, die Beschaffungen verbessern und unsere gemeinsame Abschreckung verstärken soll", sagt die britische Finanzministerin Rachel Reeves in dem britischen Kommuniqué.
Sie begrüßt zugleich Polen als neuen Teilnehmer der Initiative.
„In einer Welt, die sich um uns herum verändert, sind wir am stärksten, wenn wir gemeinsam mit unseren Verbündeten handeln. Ich freue mich, Polen im Multilateral Defence Mechanism willkommen zu heißen, um unsere Verteidigung zu stärken und uns sowie unsere Verbündeten zu schützen", sagt Rachel Reeves.
Der britische stellvertretende Verteidigungsminister Dan Jarvis beschreibt die Initiative als einen Weg, sowohl Abschreckung als auch Verteidigung durch eine engere Zusammenarbeit mit europäischen Verbündeten und der NATO zu stärken.
Nordic Defence Sector berichtete im März, dass Finnland, Großbritannien und die Niederlande mit der Untersuchung des neuen Finanzierungsmechanismus begonnen hatten. Ziel war es damals, ein Komplement zu bestehenden Strukturen innerhalb der NATO und der EU zu schaffen, um gemeinsame Beschaffungen zu beschleunigen und die Produktionskapazität der europäischen Verteidigungsindustrie zu stärken. Mit dem Beitritt Polens wurde die Kerngruppe der Initiative nun auf vier Länder erweitert.

