Die gesamten Verteidigungsausgaben der EU-Mitgliedstaaten erreichten 2025 einen Wert von 418 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 20 Prozent gegenüber 2024 entspricht und 2,2 Prozent des BIP ausmacht. Dies geht aus dem Bericht Defence Data 2025–2026 der Europäischen Verteidigungsagentur (EDA) hervor, der am 16. Juli 2026 veröffentlicht wurde. Für 2026 wird ein weiterer Anstieg der Ausgaben auf 454 Milliarden Euro, oder 2,4 Prozent des BIP, erwartet.

„Die Mitgliedstaaten tätigen beispiellose Investitionen in die Verteidigung. Bei dem aktuellen Trend werden die Ausgaben voraussichtlich bis 2029 auf bis zu 547 Milliarden Euro ansteigen. In Kombination mit den auf EU-Ebene im Rahmen der Initiative Defence Readiness 2030 mobilisierten Instrumenten sollten die Investitionen Europas Verteidigungsfähigkeit stärken, die industriellen Kapazitäten ausbauen sowie Bereitschaft und Resilienz erhöhen", sagt EDA-Exekutivdirektor André Denk in einer Pressemitteilung.

Dem Bericht zufolge erreichten 23 der 27 Mitgliedstaaten das Zwei-Prozent-Ziel im Jahr 2025, zehn mehr als im Vorjahr. Estland und Litauen werden 2026 voraussichtlich mehr als fünf Prozent des BIP für Verteidigung aufwenden, mit Abstand der höchste Wert in der EU, während Lettland sich vier Prozent nähert. Unter den nordischen EU-Ländern lag Dänemark 2025 mit knapp über drei Prozent an der Spitze, gefolgt von Finnland und Schweden.

Die Investitionen treiben die Entwicklung voran. Im Jahr 2025 flossen 32,2 Prozent der Verteidigungsausgaben in Investitionen, deutlich über dem EU-Richtwert von 20 Prozent, und die Materialbeschaffung stieg real um 26 Prozent auf 115 Milliarden Euro. Gleichzeitig weist die EDA auf anhaltende strukturelle Mängel hin: Gemeinsame Beschaffungen machten 24 Prozent der Materialausgaben aus, lagen damit unter dem angestrebten Niveau, und nationale Lösungen dominieren weiterhin die Fähigkeitsentwicklung.

Auch Forschung und Entwicklung hinkt hinterher, so die EDA. Die Mitgliedstaaten wendeten 2025 17 Milliarden Euro für Verteidigungs-FuE (Forschung und Entwicklung) auf, was 4,0 Prozent der Ausgaben entspricht, und die Lücke zur Materialbeschaffung wächst weiter. Für 2026 wird ein Anstieg der FuE-Ausgaben auf 20 Milliarden Euro erwartet.

Der Bericht basiert auf Angaben der Verteidigungsministerien der 27 Mitgliedstaaten. Die Zahlen für 2026 sind Prognosen, und die EDA betont, dass die Wirkung von EU-Instrumenten wie den SAFE-Darlehen erst dann deutlich wird, wenn die Haushaltsprozesse 2027 abgeschlossen sind.