Die EU eröffnet nun die Anmeldung für den diesjährigen Herbst-EUDIS Defence Hackathon, der zeitgleich an acht Standorten in Europa stattfindet. Zwei der Veranstaltungen finden im Norden statt, in Schweden und Norwegen, mit Fokus auf autonome Systeme für den Verteidigungsbereich.
Die fünfte Ausgabe des EUDIS Defence Hackathon findet vom 15. bis 17. Oktober statt und steht unter dem Motto "Autonomy on the Battlefield", schreibt die Generaldirektion Verteidigungsindustrie und Raumfahrt der Europäischen Kommission. Die Teilnehmer sollen an Lösungen für autonome Navigation in Umgebungen ohne verfügbares GNSS (Globales Satellitennavigationssystem) sowie an der Koordination autonomer Schwärme arbeiten. Darüber hinaus darf jeder Veranstalter eine lokale Herausforderung formulieren.
In Schweden wird der Hackathon vom Linköping Science Park (Linköping, Südschweden) gemeinsam mit dem Norrköping Science Park, Defense Hub Sweden, LEAD, der Universität Linköping und Saab organisiert. Insgesamt werden 50 Teilnehmerplätze in Linköping angeboten.
In Norwegen wird die norwegische Ausgabe von Kjeller Innovasjon und Startuplab ausgerichtet. Dort wurde als lokale Herausforderung das Lageverständnis in der Arktis festgelegt. Laut der norwegischen Veranstalterseite sollen die Teilnehmer Lösungen entwickeln, die das operative Lagebild in den nordischen Regionen stärken können.
Die beiden gemeinsamen Herausforderungen betreffen Autonomie. Die erste bezieht sich auf Systeme, die ohne GPS oder andere GNSS-Signale navigieren und operieren können, unterstützt durch Sensoren und echtzeitbasierte Umgebungserfassung. Die zweite betrifft die Koordination mehrerer autonomer Drohnen oder Flugkörpersysteme. Die genaue Beschreibung der letzteren unterscheidet sich jedoch zwischen der schwedischen und der norwegischen Veranstalterseite, während die Europäische Kommission den Bereich übergreifend als autonome Schwärme unter anderem für Aufklärung und Logistik beschreibt.
Laut EUDIS werden die Hackathons durch den Europäischen Verteidigungsfonds (EDF) finanziert. Die diesjährige Herbstausgabe findet zeitgleich in Schweden, Norwegen, Österreich, Zypern, Irland, Italien, Lettland und Portugal statt. Die Europäische Kommission ermutigt zudem ukrainische Staatsbürger, als Teilnehmer, Mentoren oder Jurymitglieder mitzuwirken.
Die Siegerteams gelangen in ein zweimonatiges Mentorenprogramm mit Unterstützung unter anderem in den Bereichen Produktentwicklung, Geschäftsstrategie und Verteidigungsmarkt. In Linköping gibt der lokale Veranstalter zudem an, dass das Siegerteam 10.000 Euro sowie 40 Stunden Coaching im Rahmen des EUDIS-Mentorenprogramms erhält.
Seit dem Start des EUDIS Defence Hackathon haben laut Europäischer Kommission über 2.300 Personen an 30 Hackathons in ganz Europa teilgenommen.

