Der Ausschuss für Sicherheit und Verteidigung des Europäischen Parlaments (SEDE) hat einen neuen Bericht über Drohnen und neue Verteidigungssysteme angenommen. Der Bericht betont die Notwendigkeit, die Verteidigungsfähigkeiten der EU anhand der Erkenntnisse aus der Ukraine anzupassen, die Abhängigkeit von chinesischen Komponenten zu verringern und eine europäische "Drohnenmauer" zu errichten.
Der Bericht stellt fest, dass die massenhafte Verbreitung von Drohnen und Waffensystemen, die in der Lage sind, Bodenziele mit hoher Präzision zu bekämpfen, das moderne Gefechtsumfeld grundlegend verändert hat. Der Text hebt insbesondere hervor, wie sich Drohnen von Unterstützungsfunktionen zu zentralen Kampfmitteln entwickelt haben, was neue Anforderungen an die Luftverteidigung und operative Doktrinen stellt. Der Bericht wurde vom Berichterstatter Reinis Pozņaks erstellt.
Ein zentraler Punkt des Berichts ist die Verwundbarkeit Europas hinsichtlich der Lieferketten. Laut dem Dokument nimmt China eine dominierende Stellung bei Komponenten wie Halbleitern, Batterien und Sensoren ein. Der Bericht warnt davor, dass chinesische Exportbeschränkungen für seltene Erden eine strategische Bedrohung für die Verteidigungsbereitschaft der EU darstellen, und fordert unmittelbare Maßnahmen zur Sicherung alternativer Bezugsquellen sowie zur Steigerung der heimischen Recyclingkapazität.
Um die Fähigkeiten der EU zu stärken, wird die Errichtung einer "Drohnenmauer" zur Überwachung und Verteidigung der Außengrenzen der Union vorgeschlagen. Diese Mauer soll fortschrittliche Detektion sowie verschiedene Mittel zur Drohnenabwehr umfassen: Verbände an der Front sollen mit einem breiten Spektrum an C-UAS-Fähigkeiten (Counter-Unmanned Aircraft Systems) ausgestattet werden, um Bedrohungen durch unbemannte Fluggeräte zu begegnen, darunter spezielle Gewehre, Interceptor-Drohnen und -Lenkflugkörper, ferngesteuerte Waffenstationen sowie elektronische Kampfsysteme.
Darüber hinaus werden die Mitgliedstaaten aufgefordert, regionale Fertigungscluster einzurichten und kritische Komponenten statt lediglich vollständiger Systeme zu bevorraten, um eine schnelle Reparatur und den Ersatz von Material zu gewährleisten.
Im Text wird zudem Skepsis gegenüber Verzögerungen bei bestehenden Kooperationsprojekten geäußert, wobei die Eurodrohne (Eurodrone) ausdrücklich als Beispiel genannt wird, bei dem der Zeitplan nicht eingehalten wurde.
Der Bericht unterstreicht ebenfalls die Bedeutung einer vertieften Zusammenarbeit mit der Ukraine. Das Parlament empfiehlt, ukrainische Erfahrungen in die Ausbildungs- und Zertifizierungsprozesse der EU zu integrieren sowie gemeinsame Programme für den Wissenstransfer zu institutionalisieren.
In Bezug auf Finanzierung und Beschaffung betont der Bericht die Notwendigkeit, bürokratische Hürden abzubauen, um eine schnellere Beschaffung zu ermöglichen und kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zu unterstützen. Der Ausschuss fordert die Kommission auf, bestehende Finanzinstrumente wie den Europäischen Verteidigungsfonds (EDF) zu nutzen, um Projekte zu priorisieren, die die technologische Unabhängigkeit Europas stärken.

