Das Europäische Parlament hat am 6. Oktober AGILE verabschiedet, ein EU-Programm mit einem Budget von 115 Millionen Euro zur schnellen Förderung von Verteidigungsinnovationen. Die Abgeordneten stimmten mit 536 zu 101 Stimmen bei 16 Enthaltungen dafür.
AGILE richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen (KMU), Start-ups und Scale-ups, die neuartige und disruptive Verteidigungstechnologien entwickeln. Dazu zählt auch zivile Technologie, die für den Verteidigungseinsatz angepasst wird. Nach Angaben des Parlaments wird das Programm beschleunigte Förderzuschüsse sowie Zugang zu Test- und Zertifizierungsverfahren bieten. Die Zuschüsse sollen innerhalb von vier Monaten vergeben werden. Die Mitgliedstaaten werden bei der Festlegung der zu bewältigenden Herausforderungen mitwirken. Das Programm wird zudem KMU über ein eigenes Vermittlungsangebot mit großen Hauptauftragnehmern der Verteidigungsindustrie zusammenbringen.
Nach Angaben der Europäischen Kommission wird das Programm 20 bis 30 Projekte finanzieren und dabei bis zu 100 Prozent der förderfähigen Kosten übernehmen. Ziel ist es, dass die Technologien innerhalb von ein bis drei Jahren bei den Streitkräften zum Einsatz kommen.
Die Verordnung muss vor der Veröffentlichung im Amtsblatt der EU noch formell vom Rat gebilligt werden. AGILE soll Anfang 2027 seinen Betrieb aufnehmen.
Die Kommission hatte AGILE erstmals im März vorgeschlagen, wie NDS bereits berichtete.

