Die EU-Kommission möchte Verhandlungen mit der Ukraine über deren Beteiligung an den sicheren Satellitenkommunikationsdiensten im Rahmen des EU-Weltraumprogramms aufnehmen. Nach Angaben der Kommission ist dies der nächste Schritt in einer vertieften Zusammenarbeit im Bereich kritischer Infrastruktur.

Der Vorschlag betrifft die künftige Beteiligung der Ukraine an Govsatcom, einem Teil des EU-Weltraumprogramms, das darauf abzielt, sichere und widerstandsfähige Satellitenkommunikation durch die gemeinsame Nutzung von Ressourcen der Mitgliedstaaten und privater Akteure bereitzustellen.

Die Zusammenarbeit baut auf einem früheren Abkommen vom April 2025 auf, durch das die Ukraine an andere Teile des Weltraumprogramms angebunden wurde, darunter das Satellitenüberwachungssystem Copernicus sowie Systeme zur Überwachung von Weltraumwetter und erdnahen Objekten.

– Die Beteiligung der Ukraine wird Europas sichere Weltraumkapazitäten zu einem kritischen Zeitpunkt stärken. Dies ist ein entscheidender Schritt hin zu einem stärkeren und geeinteren Europa, das seine Bürgerinnen und Bürger auf der Erde und im Weltraum schützen kann, sagt Andrius Kubilius, EU-Kommissar für Verteidigung und Weltraumfragen.

Auch Henna Virkkunen, Exekutiv-Vizepräsidentin mit Zuständigkeit für technologische Souveränität, betont den strategischen Wert der Initiative:

– Sichere Konnektivität ist entscheidend für Europas Widerstandsfähigkeit. Indem wir unsere Zusammenarbeit mit der Ukraine vertiefen, stärken wir unsere gemeinsame Sicherheit und unsere Fähigkeit, in einer sich schnell verändernden Welt zu handeln.

Govsatcom ist Teil der EU-Bemühungen um strategische Autonomie im Bereich Weltraum und Kommunikation, zu denen auch das neue Satellitennetz IRIS² gehört. Nach Angaben der Kommission ist geplant, das Netz spätestens 2030 in Betrieb zu nehmen, um sichere Kommunikation in ganz Europa bereitzustellen.