Schweden hat gemeinsam mit Finnland, Lettland und Deutschland 60 Millionen Euro an EU-Finanzierung aus dem EDIRPA-Programm (European Defence Industry Reinforcement through common Procurement Act) erhalten, um im Rahmen des Projekts Common Armoured Vehicle Systems (CAVS) gemeinsam Panzerfahrzeuge von Patria zu beschaffen – von den Schwedischen Streitkräften (Försvarsmakten) als Pansarterrängbil 300 bezeichnet. Dies ist das erste Mal, dass die EU gemeinsame Verteidigungsbeschaffungen unterstützt.

Schweden ist seit 2022 Teil des multinationalen CAVS-Programms, das darauf abzielt, gemeinsam mit Finnland, Lettland und Deutschland 6x6-Panzerfahrzeuge zu entwickeln und zu beschaffen. Eine Vorserie von 20 Fahrzeugen wurde an die Schwedischen Streitkräfte geliefert 2023. Im März 2024 schloss die Schwedische Beschaffungsbehörde für Verteidigungsmaterial (FMV) einen Vertrag über weitere 321 Fahrzeuge im Wert von 5,3 Milliarden Schwedischen Kronen ab. Die Fahrzeuge sollen an schwedische Anforderungen angepasst werden, unter anderem mit Führungsunterstützungssystemen.

Die Finanzierung ist Teil von fünf ausgewählten Projekten, die zusammen 300 Millionen Euro erhalten. Das Programm zielt darauf ab, dringende Verteidigungsbedürfnisse zu decken, die nach Russlands Invasion der Ukraine besonders deutlich geworden sind. Margrethe Vestager, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, bezeichnet die Initiative als einen wichtigen Schritt zur Verbesserung der Interoperabilität und der Verteidigungsfähigkeit innerhalb der EU.

– Dies ist das erste Mal, dass der EU-Haushalt genutzt wird, um die gemeinsame Beschaffung von Verteidigungsgütern durch die Mitgliedstaaten zu unterstützen. Wir investieren 300 Millionen Euro in fünf Projekte, die kritische und dringende Fähigkeitslücken schließen. Das stärkt unsere industriellen Kapazitäten und macht Europa besser gerüstet, um Verteidigungsbedrohungen zu begegnen, sagt Vestager in einer Pressemitteilung der Europäischen Kommission.

Das CAVS-Programm wird von Finnland geleitet und basiert auf der 6x6-Plattform von Patria (finnischer Rüstungskonzern). Jussi Järvinen, stellvertretender Geschäftsführer der Patria Finland Division, beschreibt die Ziele des Projekts:

– Das Programm hat dank der hervorragenden Zusammenarbeit zwischen den teilnehmenden Ländern und Patria rasche Fortschritte gemacht. Die EDIRPA-Finanzierung wird die Weiterentwicklung der 6x6-Plattform weiter vorantreiben und die Verteidigungskooperation in Europa stärken, sagt Järvinen in einer Pressemitteilung von Patria.

EDIRPA ist ein kurzfristiges Finanzierungsprogramm, das bis 2025 läuft und die gemeinsame Beschaffung von Verteidigungsgütern fördern soll. Im Rahmen des CAVS-Programms werden zudem in hohem Maße nationale Industriekapazitäten genutzt, um die Versorgungssicherheit der teilnehmenden Länder zu stärken.