Die EU-Kommission schlug am 3. Juli 2026 fünf neue großangelegte gemeinsame Verteidigungsprojekte vor, die sogenannten European Defence Projects of Common Interest (EDPCI), um die EU-Mitgliedstaaten bei der gemeinsamen Entwicklung militärischer Systeme zu unterstützen.
Die Kommission gibt an, dass die Projekte sich auf fünf Prioritätsbereiche konzentrieren: Drohnen und Drohnenabwehrsysteme, maritime Verteidigung und Unterwasserverteidigung, Weltraum, Luft- und Raketenverteidigung sowie Sicherheit entlang der östlichen Flanke der EU. Die Projekte entstanden, nachdem die Kommission die Mitgliedstaaten aufgefordert hatte, Projektvorschläge einzureichen. Die EDIP-Verordnung (European Defence Industry Programme, Europäisches Verteidigungsindustrieprogramm) wurde am 16. Dezember 2025 angenommen. Die Verordnung führt das EDPCI-Instrument für kooperationsorientierte Industrieprojekte ein, das auch für Norwegen und die Ukraine offen ist, so die Kommission. NDS hat zuvor über den Beitritt Norwegens zu EDIP berichtet.
Im Rahmen des 1,5 Milliarden Euro umfassenden European Defence Industry Programme (EDIP) hat die Kommission 325 Millionen Euro bereitgestellt, um die Einrichtung und Umsetzung der EDPCI-Projekte zu unterstützen. Dies geht aus einem Arbeitsprogramm hervor, das am 30. März 2026 veröffentlicht wurde.
Im Durchschnitt nehmen 18 Mitgliedstaaten an jedem Projekt teil. Die Ukraine beteiligt sich an vier der fünf Projekte. Der gesamte Finanzierungsanspruch der Projekte beläuft sich laut Kommission auf rund 190 Milliarden Euro bis zum Jahr 2036.
Der Rat wird nun die formelle Einrichtung der EDPCI-Projekte behandeln, einschliesslich ihrer Ziele, Merkmale, teilnehmenden Länder und geschätzten Investitionen. Nachdem der Rat die Liste der identifizierten Projekte angenommen hat, werden diese für eine EU-Finanzierung über EDIP förderfähig. Die Finanzierung soll die anfängliche Umsetzung der Projekte ermöglichen und die Grundlage für eine mögliche weitere Finanzierung über den künftigen European Competitiveness Fund legen.
„Diese neuen, ambitionierten und langfristigen Verteidigungsprojekte werden als zentrale Initiativen zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeiten der EU und unserer strategischen Autonomie dienen", sagt Andrius Kubilius, EU-Kommissar für Verteidigung und Weltraum, in einer Erklärung der Kommission.

