Die EU-Mitgliedstaaten haben elf neue Kooperationsprojekte im Rahmen des Verteidigungskooperationsprogramms PESCO (Permanent Structured Cooperation, Ständige Strukturierte Zusammenarbeit) genehmigt. Eines der Projekte, Quantum Enablers for Strategic Advantage (QUEST), wird von Finnland geleitet und soll untersuchen, wie Quantentechnologie zur Stärkung europäischer Verteidigungsfähigkeiten eingesetzt werden kann.

Laut der Europäischen Verteidigungsagentur (EDA) soll das Projekt Quantentechnologien für sichere Navigation, Cybersicherheit sowie Luft- und Raketenabwehr entwickeln und evaluieren. Neben Finnland nehmen auch Deutschland, Dänemark, Italien und Lettland an dem Projekt teil.

Ein zentraler Bestandteil von QUEST ist die Entwicklung von Positionierungs-, Navigations- und Zeitsystemen (PNT), die weniger auf Satellitennavigation wie GPS und andere globale Satellitennavigationssysteme angewiesen sind. Ziel ist es, dass die Systeme auch in gestörten oder umkämpften Umgebungen funktionieren können.

Das Projekt soll außerdem untersuchen, wie Quantentechnologie zur Verbesserung von Sensoren, Kommunikationssystemen und Rechenkapazitäten eingesetzt werden kann, sowie zur frühzeitigen Erkennung von Bedrohungen wie Hyperschallwaffen beitragen. Die Arbeit umfasst auch Analysen der Möglichkeiten und Risiken der Quanteninformationswissenschaft im Bereich Verteidigung und Cybersicherheit.

Die EDA gibt an, dass die elf neuen Projekte die sechste und letzte Projektrunde der ersten Phase von PESCO darstellen. Insgesamt wurden seit dem Start der Initiative im Jahr 2017 83 Kooperationsprojekte ins Leben gerufen, von denen 75 noch laufen.

Die nächste Phase von PESCO, die von 2025 bis 2029 läuft, wird laut EDA von der verschlechterten Sicherheitslage in Europa und dem Bedarf an einer schnelleren Entwicklung gemeinsamer militärischer Fähigkeiten geprägt sein.