Am 17. September 2026 vergab die Europäische Weltraumorganisation (ESA) parallele Studienaufträge an zwei konkurrierende Konsortien unter der Führung des finnischen Unternehmens ICEYE und des italienischen Unternehmens Leonardo, um die Architektur des künftigen staatlichen Erdbeobachtungsdienstes der EU (Earth Observation Governmental Service, EOGS) zu entwerfen.
Laut Angaben der ESA soll der EOGS "sichere, zuverlässige, zeitnahe, dauerhafte und zielgerichtete" weltraumgestützte Erdbeobachtungsdaten für sicherheits- und verteidigungspolitische Entscheidungen liefern. Die Studien sind Teil des EU-finanzierten Programms European Resilience from Space for Earth Observation. Jeder Vertrag läuft über 12 Monate, mit einer Option auf Verlängerung um acht weitere Monate.
Der Entwurf umfasst das Weltraumsegment, die Bodeninfrastruktur, die Datenverarbeitung sowie die Governance-Strukturen und fließt in den Aufbau des EOGS im Rahmen des EU-Haushaltsrahmens 2028-2034 ein.
ICEYE leitet das ARISE-Konsortium, dem Indra Space, Rheinmetall und HISDESAT als Kernpartner sowie neun weitere Unternehmen angehören, darunter Creotech Instruments, SafranAI und OroraTech.
ICEYE-CEO und Mitgründer Rafał Modrzewski erklärte, die Studie werde dazu beitragen, "Europas künftige Architektur für Resilienz und Sicherheit zu definieren". Er fügte hinzu, ICEYE sei "stolz darauf, eng mit den europäischen Institutionen zusammenzuarbeiten, um ein Umfeld zu schaffen, in dem Europas Technologieunternehmen innerhalb Europas wachsen können".
"Diese beiden Verträge sind ein wichtiger erster Meilenstein für den Aufbau und die Definition der Weltraumarchitektur", sagte Simonetta Cheli, Direktorin der ESA-Erdbeobachtungsprogramme.

