Dänemarks Verteidigungsminister Jeppe Bruus legte am 5. November einen Gesetzentwurf vor, der dem Forsvaret (dänisches Verteidigungsministerium) den Auftrag erteilt, unbemannte Fahrzeuge zur See und in der Luft zu erkennen, zu identifizieren und zu verfolgen. Hintergrund sind unter anderem die Drohnensichtungen im dänischen Luftraum im September 2025. Dies geht aus dem Gesetzentwurf L 95 im Folketing (dänisches Parlament) hervor.

Das Lagebild soll mit anderen Behörden geteilt werden, vor allem mit der Polizei. Dem Entwurf zufolge soll ein flächendeckendes, mehrschichtiges und engmaschiges Sensornetzwerk im ganzen Land aufgebaut werden, unter anderem mit aktiven Radaranlagen sowie optischen und akustischen Sensoren. Laut dem dänischen Verteidigungsministerium (Forsvarsministeriet) zeigen die Erfahrungen aus der Ukraine, dass eine wirksame Detektion mehrere Sensortypen erfordert.

Die Ausrüstung soll in erster Linie auf militärischem und öffentlichem Gelände aufgestellt werden. Lässt sich keine freiwillige Vereinbarung erzielen, kann das Forsvaret private Grundstückseigentümer anweisen, Zugang zu gewähren, nicht jedoch bei Wohnhäusern, Kindertagesstätten, Schulen, Krankenhäusern oder Pflegeheimen. Eigentümer und Betreiber kritischer Infrastruktur können zudem verpflichtet werden, Daten aus ihrer eigenen Detektionsausrüstung zu teilen. Das Forsvaret erstattet die entstehenden Kosten.

Wer den Zugang verweigert, Daten nicht teilt oder die Ausrüstung stört oder entfernt, kann mit einer Geldstrafe oder, bei Vorsatz, mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren belegt werden. Die Tätigkeit ist zudem vom dänischen Frequenzgesetz sowie vom Gesetz über Funkausrüstung ausgenommen, da die Sensoren andere Geräte stören können.

Angaben dürfen auch an ausländische Behörden weitergegeben werden, etwa im Rahmen der Zusammenarbeit mit Nachbarländern oder Nato-Verbündeten. Die Kosten sollen innerhalb des bestehenden Haushaltsrahmens des Verteidigungsministeriums gedeckt werden. Das Gesetz soll am Tag nach seiner Verkündung in Kraft treten.