Das Beschaffungs- und Logistikamt der dänischen Streitkräfte (Forsvarsministeriets Materiel- og Indkøbsstyrelse, FMI) teilte am 19. August mit, dass die Behörde einen Vertrag mit Terma über ein KI-gestütztes Führungssystem zum Schutz vor Drohnen abgeschlossen hat. Das System soll Sensoren in ganz Dänemark verbinden und dem Verteidigungsministerium sowie anderen Behörden ein gemeinsames Lagebild der Drohnenaktivität in Echtzeit liefern.
„Wir bündeln nun die Drohnenüberwachung des gesamten Landes in Echtzeit, um effektiv auf mögliche Bedrohungen reagieren zu können“, sagt Dänemarks Verteidigungsminister Jeppe Bruus in der Pressemitteilung des FMI.
Laut Terma verfügen die dänischen Streitkräfte, zivile Behörden und Akteure im Bereich kritischer Infrastruktur bereits über Sensoren an verschiedenen Standorten. Die Informationen werden derzeit jedoch in getrennten Systemen verarbeitet. Die neue Lösung soll diese Informationen zusammenführen und sowohl auf lokaler als auch auf zentraler Ebene für taktische Entscheidungen verfügbar machen.
Das System basiert auf Terma Helion, einer dänisch kontrollierten Datenarchitektur für mehrere operative Bereiche. Helion soll bestehende und zukünftige Sensoren miteinander verbinden und geografisch verteilte Systeme integrieren.
Die Lösung umfasst zudem die FACE-Plattform von OSL Technology, das 2025 Teil von Terma wurde. Laut Terma soll FACE Informationen von den Radar- und Überwachungssystemen des Unternehmens sowie von Sensoren und Gegenmaßnahmen anderer Anbieter erfassen und verarbeiten. Künstliche Intelligenz wird eingesetzt, um Sensordaten zu verarbeiten, zu klassifizieren und zu priorisieren.
Terma verweist zudem auf die bisherige Erfahrung von OSL Technology in diesem Bereich. Das Unternehmen ist seit 2019 Hauptauftragnehmer und Systemintegrator für das Drohnenabwehrsystem des Flughafens Heathrow. Zudem liefert es solche Systeme im Rahmen eines mehrjährigen Rahmenvertrags mit dem norwegischen Beschaffungsamt Forsvarsmateriell (FMA) an die norwegischen Luftwaffenstützpunkte Ørland (Mittelnorwegen) und Evenes (Nordnorwegen).
Das System soll Dänemark nationale Kontrolle über operative Sensordaten verschaffen und gleichzeitig die Integration neuer Technologien mehrerer Anbieter ermöglichen. Neue Sensoren, Standorte und Gegenmaßnahmen sollen nach und nach hinzugefügt werden können. Die Lösung ist unter anderem für militärische Einrichtungen, Flughäfen, Häfen, Energieanlagen, Behördengebäude und andere kritische Infrastruktur vorgesehen.
Weder das FMI noch Terma geben Auskunft über den Wert des Vertrags oder darüber, wann das System einsatzbereit sein soll.

