Gemäß einer Pressemitteilung der dänischen Beschaffungs- und Logistikorganisation (DALO – Forsvarsministeriets Materiel- og Indkøbsstyrelse) hat Dänemark einen Vertrag mit Lockheed Martin über den Kauf von drei neuen Luftraumüberwachungsradarsystemen unterzeichnet. Bei den Radargeräten handelt es sich um den Typ TPY-4, der zur Überwachung des Luftraums über Dänemark und dem Nordatlantik eingesetzt werden soll. Die Stationierung erfolgt auf Bornholm (dänische Ostsee-Insel), in Skagen (nördlichste Stadt Dänemarks) sowie auf den Färöern.

Aus einer separaten Erklärung des dänischen Verteidigungsministeriums geht hervor, dass die Entscheidung von einem einstimmigen verteidigungspolitischen Vergleichskreis auf Empfehlung des Verteidigungschefs getroffen wurde. Der Vertrag umfasst zudem eine Option für eine vierte Radarstation im östlichen Grönland.

„Die Radargeräte stellen eine wichtige Kapazität zur Überwachung Dänemarks und des Nordatlantiks dar. Mit dieser Beschaffung sind wir auf einem guten Weg", erklärt Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen in der Pressemitteilung des Verteidigungsministeriums.

Die Radargeräte werden in neuen Radartürmen auf Bornholm und in Skagen installiert, da die bestehenden Türme nicht mit der neuen Technologie kompatibel sind. Auf den Färöern soll ein früherer Radarstandort reaktiviert werden. Die Beschaffung wird teilweise durch das Arktische Kapazitätspaket (Arktisk kapacitetspakke) und den Beschleunigungsfonds (Accelerationsfonden) finanziert.

In einer Pressemitteilung von Lockheed Martin wird angegeben, dass Dänemark das fünfte Land ist, das sich für das TPY-4 entschieden hat. Das System ist ein bodengestütztes Radarüberwachungssystem und soll laut Hersteller die Interoperabilität innerhalb der NATO stärken.

Schweden bestellte das TPY-4 im Juni 2025, um das derzeit von den schwedischen Streitkräften (Försvarsmakten) eingesetzte Radar PS-861 zu ersetzen, worüber Nordic Defence Sector bereits berichtet hat. Norwegen beschaffte dasselbe Radarsystem im November 2022 und erweiterte seine Bestellung im September 2024 auf insgesamt elf Systeme.