Die dänische Verteidigungsmaterialbehörde FMI (Forsvarsministeriets Materiel- og Indkøbsstyrelse) hat einen Vertrag mit der Rheinmetall Waffe Munition GmbH über das Täuschkörpersystem MASS für die fünf Fregatten der Marine der Absalon- und Iver-Huitfeldt-Klasse unterzeichnet. Laut Rheinmetall beläuft sich der Vertragswert auf einen zweistelligen Millionenbetrag in Euro, und die Lieferungen sollen im vierten Quartal 2027 beginnen.

„Ich bin zufrieden, dass wir heute den Vertrag über eine wichtige Beschaffung eines Täuschkörpersystems unterzeichnet haben. Es ist wichtig, dass die dänischen Fregatten feindlichen Angriffen mit Seezielflugkörpern standhalten können, und diese Fähigkeit stärken wir nun mit diesem System weiter", sagt Kommandeur Steen Balslev, Leiter der maritimen Abteilung der dänischen Verteidigungsmaterial- und Beschaffungsbehörde (Forsvarsministeriets Materiel- og Indkøbsstyrelse, FMI), in einer Pressemitteilung.

Die Beschaffung ersetzt ein bestehendes System und umfasst laut Rheinmetall mehrere Multi Ammunition Softkill Systems (MASS) für die Fregatten sowie die Waffenschule der dänischen Marine. Dänemark hat zudem Täuschkörper vom Typ Omnitrap-ER bestellt.

Die FMI beschreibt die Ausrüstung als ein maritimes Selbstverteidigungssystem, das Täuschkörper zum richtigen Zeitpunkt und am richtigen Ort ausstößt und platziert. Die Täuschkörper sollen die Zielsuche anfliegender Flugkörper täuschen und verhindern, dass diese sich auf das eigene Schiff aufschalten. Laut der Behörde kann das System nicht gegen Torpedos oder andere Systeme eingesetzt werden, die sich auf oder unter der Meeresoberfläche bewegen.

Laut Rheinmetall kann MASS unter anderem gegen Seezielflugkörper und lasergelenkte Waffen eingesetzt werden. Das System nutzt multispektrale Täuschkörper, die Radar, ultraviolette Strahlung, elektrooptische Sensoren, Laser und Infrarot abdecken.

MASS ist modular aufgebaut und kann laut Unternehmensangaben auf Schiffen unterschiedlicher Größe installiert werden. Es kann in bestehende Führungs- und Waffenkontrollsysteme integriert oder als eigenständiges System genutzt werden.

Die FMI teilt mit, dass der Vertrag eine 20-jährige Rahmenvereinbarung für Betrieb und Wartung umfasst. Rheinmetall gibt darüber hinaus an, dass ein Lieferabkommen mit einer Laufzeit von bis zu 21 Jahren geschlossen wurde, um die Nachbeschaffung von Täuschkörpern für MASS zu ermöglichen.

Laut Rheinmetall wird MASS derzeit von 18 Ländern eingesetzt, mit mehr als 400 Startvorrichtungen im Einsatz. Das Unternehmen gibt zudem an, dass das System durch die dänische Bestellung nun von sämtlichen skandinavischen Marinen genutzt wird.