Die norwegische Beschaffungsbehörde Forsvarsmateriell (FMA) hat einen Vertrag mit dem österreichischen Unternehmen AMST über ein neues Steuerungs- und Überwachungssystem für die Unterdruckkammer des Flygmedisinsk institutt (Flugmedizinisches Institut) der norwegischen Streitkräfte abgeschlossen. Die Modernisierung soll den weiteren Betrieb der Anlage sicherstellen, die für die flugmedizinische Ausbildung von Piloten und Spezialkräften genutzt wird.

– Der Lieferantenmarkt für diese Art von Steuerungs- und Überwachungssystemen ist sehr begrenzt. Daher ist es erfreulich, dass wir dem Flygmedisinsk institutt nun eine sehr gute Lösung zu Kosten liefern können, die bei etwa der Hälfte des Projektbudgets liegen, sagt Tomas Beck, Leiter für Land- und gemeinsame Kapazitäten bei Forsvarsmateriell, in der Pressemitteilung der Behörde.

Laut dem Flygmedisinsk institutt ist die Modernisierung notwendig, da mehrere Komponenten des bestehenden Systems auf Technologie basieren, die nicht mehr unterstützt oder gewartet werden kann.

Die Unterdruckkammer ist die einzige ihrer Art in Norwegen und wird eingesetzt, um Höhenexposition und plötzlichen Druckverlust in Flugzeugen zu simulieren. Laut FMA soll die Kammer fliegendem Personal helfen, die individuellen Symptome von Sauerstoffmangel unter kontrollierten Bedingungen zu erkennen. Norwegische Spezialkräfte nutzen die Anlage zudem zur Vorbereitung auf Fallschirmsprünge aus großer Höhe. Das Training wird gemäß den NATO-Anforderungen durchgeführt und wiederholt sich regelmäßig im Laufe der Karriere.

– Wir wissen, dass der menschliche Körper Höhenexposition schlecht verträgt. Wenn der Kabinendruck in großer Höhe ausfällt, kann es sehr schnell gehen, bis das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird, um normal zu funktionieren. In diesem Fall ist es entscheidend, die frühen Symptome zu erkennen und schnell zu handeln, sagt Nils Henrik Holmedahl vom Flygmedisinsk institutt.

Das derzeitige Steuerungssystem wurde 2006 installiert und soll nun durch moderne Technologie ersetzt werden, die laut FMA eine verbesserte Steuerung, Überwachung und medizinische Begleitung während der Ausbildung ermöglicht.