Am 24. April führten die Schwedischen Streitkräfte (Försvarsmakten) zum ersten Mal eine Scharfschussübung mit dem Robotsystem 23 (RBS 23), auch bekannt als BAMSE, auf dem Truppenübungsplatz Tofta (Gotland, Ostsee) durch. Dies geht aus einer Pressemitteilung der Schwedischen Streitkräfte hervor. Das RBS 23 ist ein Waffensystem, das aus einem Raketenfahrzeug mit einer oben montierten Lafette für sechs Raketen sowie einer Sensorplattform mit Feuerleitsradar und Infrarotkamera auf einem klappbaren Mast besteht. Das Fahrzeug verfügt zudem über einen Mannschaftsraum für zwei Operateure. Die Reichweite der Raketen beträgt 20 Kilometer. Das System kann zusätzlich durch separate Aufklärungsradareinheiten unterstützt werden. Das RBS 23 wurde ursprünglich in den 1990er Jahren entwickelt und hieß damals Bofors Advanced Missile System Evaluation, kurz BAMSE.

Die Scharfschussübung fand auf dem Truppenübungsplatz Tofta auf der strategisch bedeutsamen Ostseeinsel Gotland statt, wo die Schwedische Beschaffungsbehörde für Verteidigungsmaterial (Försvarets Materielverk, FMV) eine Zieldrohne startete. Die Zieldrohne wurde anschließend vom Aufklärungsradar 90 erfasst und von einer Feuereinheit 23 abgeschossen, wie die Schwedischen Streitkräfte mitteilten. Der Schütze und der Feuerleitoffizier waren zu einer Kriegsverbandsübung einberufen worden und hatten ihren Wehrdienst im Ausbildungsjahr 2021/2022 absolviert.

– Ich bin außerordentlich stolz auf die Fähigkeiten, die wir in Schweden besitzen. Unter Soldaten und Offizieren herrscht ein hohes Maß an Professionalität, und dies ist Technologie, die in Schweden entwickelt und gebaut wurde. Wir haben eine Industrie, die Technologie auf Weltklasseniveau liefern kann, sagte der stellvertretende Armeechef, Brigadegeneral Anders Svensson, der der Scharfschussübung beiwohnte.

– Mit dieser Scharfschussübung bestätigen wir unsere Luftverteidigungsfähigkeit auf Gotland. Wir zeigen, dass wir genau das tun können, was wir sollen, nämlich feindliche Flugzeuge und andere Luftfahrzeuge abzuschießen, sagte der Kommandeur des Luftverteidigungsregiments, Oberst Mikael Beck, der auch als Übungsleiter für die Scharfschussübung fungierte.